Das Interesse an der Geschichte der Computer ist riesengroß - mehr als 200
Besucher auf dieser Homepage täglich zeigen dies überdeutlich. Verwunderlich
daher, dass es bisher keine deutschsprachige Literatur zu diesem Thema gab.
Der TASCHEN-Verlag hat dies geändert.
Das Buch "COMPUTERS - Eine illustrierte
Geschichte" von Christian Wurster präsentiert sich im typischen Fachbuch-Format,
geht aber bei der übrigen Gestaltung recht außergewöhnliche Wege: Das silbrig
glänzende Cover mit dem eingeprägten Titel erzeugt eine sehr wertvolle Anmutung.
Beim Aufschlagen dann die Überraschung: Das gesamte Werk ist quer gedruckt, so
dass man das Buch beim Lesen um 90° gedreht halten muss. Außergewöhnlich, aber
gar nicht schlecht.
Inhaltlich erhebt das Buch den Anspruch, die gesamte Computergeschichte von
den Anfängen in den 40er Jahren bis in die jüngste Vergangenheit zu beschreiben.
Dies gelingt auch sehr gut, kann aber bei 330 reichbebilderten Seiten nur einen
groben Überblick geben. Dabei sind für mich die Bilder das eigentliche Highlight.
Die Fülle und die Qualität des Bildmaterials sind überwältigend - das meiste
davon dürfte anderswo kaum zu finden sein, in dieser Zusammenstellung schon
gar nicht. Kuriositäten wie Werbefotografien eines Bekleidungsherstellers vor einer
IBM 360 zeigen die Geräte im Kontext ihrer Zeit, was der Text wirkungsvoll
unterstreicht.
Eine großartige Idee sind die eingestreuten Berichte von "Zeitzeugen", die über Ihre
Erfahrungen mit Maschinen berichten, die heute als Meilensteine der Computergeschichte
gelten. Niemand kann besser über die beschwerliche Programmierug und Bedienung der
ersten Minicomputer berichten als jemand, der vor 30 Jahren selbst als Anfänger
davorsaß und seine ersten Computererfahrungen damit gesammelt hat. Nur schade, dass
die Berichte in einer simulierten Matrixdruckerschrift abgedruckt und damit
schwer zu lesen sind.
Der übrige Text ist gut strukturiert, souverän formuliert und gut recherchiert -
auch wenn sich bei dem Umfang der eine oder andere Fehler eingeschlichen hat, was
besonders dort auffällt, wo Informationen redundant aufgeführt sind. Besonders schlimm
hat es dabei den Atari 800 erwischt: Mal ist er als "Atari 800XL von 1983" tituliert,
ein anderes Mal ist die Bildunterschrift korrekt (Atari 800 Homecomputer von 1978)
und direkt daneben steht, Ataris erster Homecomputer sei der 1200XL im Jahre 1982
gewesen. Das trübt aber nicht das umfassende Bild, das man durch dieses schöne Buch
über die Entwicklung der EDV in den letzten 60 Jahren bekommt.
Mein Fazit lautet daher: Wer sich für das Thema dieser Homepage interessiert und
weitergehende Informationen und vor allem bisher ungesehenes Bildmaterial sucht,
wird den Kauf dieses Buches ganz bestimmt nicht bereuen. Mir hat es auf jeden
Fall viel Spaß gemacht und mir viele Anregungen gegeben, was auf meinen Seiten alles
noch fehlt.
Weitere Informationen gibt's direkt beim
TASCHEN-Verlag.
Bestellen können Sie das Buch bei Amazon.de:
Weitere Buchempfehlungen:
Konrad Zuse - Der Computer, mein Lebenswerk:
Das Buch beschreibt sehr anschaulich den Werdegang Konrad Zuses, wie er die Ideen zu seinen
Entwürfen hatte und mit welchen Schwierigkeiten er seine ersten Geräte während des zweiten
Weltkriegs realisierte. Ich habe das Buch auf englisch gelesen, jetzt ist die deutsche Ausgabe
neu aufgelegt worden.
Auch dieses Buch gibt's bei Amazon.de:
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