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Commodore
Commodore Business Machines (CBM)
Die Anfänge der Firma Commodore liegen in den 50er Jahren. Der polnische
Einwanderer Jack Tramiel hatte einen Reparaturservice für Schreibmaschinen
aufgebaut, den er später um den Import billiger osteuropäischer
Schreibmaschinen ergänzte. Ab 1958 wurden in Toronto, Kanada tschechische
Schreibmaschinen in Lizenz gefertigt. Dazu gründete Tramiel die Firma
Commodore. Die Produktion wurde später auf mechanische Rechenmaschinen
ausgeweitet.
Tramiel erkannte sehr früh das Potential der Mikroelektronik und stellte
einen der ersten erschwinglichen Taschenrechner her. Dabei war er jedoch
auf fremde Komponenten angewiesen, was ihm gar nicht behagte. Daher wurde
ein Halbleiterhersteller zugekauft, die Firma MOSTEK (kurz MOS). Dieser
beschäftigte als Entwickler Chuck Peddle, der kurz zuvor an der Entwicklung
des Prozessors 6502 beteiligt gewesen war und Tramiel dazu überredete,
einen kleinen Computer auf dieser Basis zu bauen. Das Ergebnis kam unter
dem Namen PET (Personal Electronic Transactor) auf den Markt und gilt als
einer der ersten Home- und Personalcomputer.
Aus dem PET entstand in den kommenden Jahren eine ganze Familie von
Bürocomputern, die unter dem Namen "CBM" vertrieben wurden und in Schulen
und Betrieben sehr erfolgreich waren. Das wichtigere Standbein wurden aber
die Homecomputer - angefangen mit dem VC-20 und gefolgt vom erfolgreichsten
Computer aller Zeiten, dem C-64.
Einige Experimente auf Basis ähnlicher Technik wie beim C-64 stießen auf
wenig Gegenliebe am Markt. Der Stern des C-64 begann zu sinken und zudem
verließ Jack Tramiel die Firma.
Die Rettung kam in Form des Amiga. Der war von einer gleichnamigen Firma
bereits relativ weit entwickelt worden, allerdings mit der Ausrichtung auf
ein Videospiel. 1984 war allerdings der Videospielemarkt zusammengebrochen
und die Investoren von Amiga verloren die Nerven. Commodore übernahm die
Firma und brachte den Amiga als Grafik-Computer zur Serienreife. Gleichzeitig
entwicklete die deutsche Niederlassung einen PC-Kompatiblen mit dem Namen PC-10.
Anfangs verkaufte sich der Amiga nur schleppend, da er für einen Homecomputer
zu teuer war und es für einen Personal Computer nicht ausreichend gute
Anwendungsprogramme gab. Dafür schlug die PC-Serie sehr gut ein, vor allem auf
dem deutschen Markt.
Ein billigerer Amiga, das Modell A500 brachte Besserung: Der Rechner war
preiswert und leistungsstark. Nach und nach kamen hunderte von Spielen dafür
auf den Markt, an Anwendungen mangelte es weiterhin. Dies führte dazu, dass
die Profiausführung des Amiga in Gestalt der Modelle A2000, A3000 und später
A4000 sich nie richtig durchsetzten. Einzig der A2000 fand viele Freunde im
Bereich der Videobearbeitung.
Mit dem PC-50 verzichtete Commodore erstmals auf die Eigenentwicklung eines
PC-Modells und steckte eine günstig in Fernost gefertigte Hauptplatine in das
eigene Gehäuse. Damit war man qualitiativ auf dem Niveau von Billiganbietern
gelandet, lag preislich aber ein Stück über diesen. Dieses Konzept ging nicht
auf und Commodore verlor zunehmend Marktanteile. Auch die Idee, sehr günstige
aber kaum erweiterbare PCs anzubieten, war nicht besonders erfolgreich.
Commodore bemühte sich um Modellpflege, aber der ehemals so hochgeloble Chipsatz
erwies sich nun als zu unflexibel, um die Grafikfähigkeiten nennenswert zu
verbessern. So konnten weder Amiga 3000 noch Amiga 4000 mit der Super-VGA-Auflösung
damaliger PCs mithalten. Aufwendige und nicht hundertprozentig kompatible
Grafikkarten sollten den Missstand erträglicher machen, einen zeitgemäßen Sound
konnten die Geräte trotzdem nicht mehr produzieren und HD-Disketten waren nur
bei halber Geschwindigkeit lesbar. Nachdem der Amiga Commodore für kurze Zeit
zum erfolgreichsten Computerhersteller in Europa gemacht hatte, war er nun der
Hauptgrund für den Konkurs der Traditionsmarke 1994.
Chronik:
im Juni 1975:
MOS stellt den 6502-Prozessor vor.
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im Oktober 1976:
Commodore International kauft MOS
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im Januar 1977:
Commodore präsentiert einen ersten Prototyp des PET auf der
Messe "Winter Consumer Electronics Show". Außerdem zeigt Chuck Peddle
das Gerät Vertretern der Elektronikhandelskette "Radio Shack", in
der Hoffnung, diese würden den Vertrieb übernehmen.
im April 1977:
Erneut taucht der Commodore PET auf einer Messe auf, der West Coast Computer
Faire. Das Gerät soll mit 4 KB RAM und eingebautem Datenrekorder 600 Dollar
kosten.
im April 1980:
Auf einer Strategietagung in London kündigt Jack Tramiel von Commodore den Bau eines
Homecomputers an, der in den USA für 300 Dollar verkauft werden soll.
im Mai 1980:
Commodore präsentiert den CBM 8032 Personal Computer.
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im Oktober 1980:
Chuck Peddle verlässt Commodore und nimmt einige seiner besten Ingenieure mit.
im Januar 1981:
Commodore präsentiert den VIC-20
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im Januar 1982:
Commodore präsentiert den C-64 auf der Winter CES
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im September 1982:
Commodore liefert die ersten C-64 aus.
im April 1984:
Commodore stellt den PC-10 auf der Hannover Messe aus.
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im Juni 1984:
Commodore stellt C-16 und plus/4 vor
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im August 1984:
Commodore kauft die Firma Amiga
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im Januar 1985:
Commodore präsentiert den C-128
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im Juli 1985:
Commodore präsentiert den Amiga
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im März 1986:
Commodore präsentiert den Amiga in Deutschland
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im Februar 1987:
Commodore präsentiert den Amiga 500
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im Februar 1987:
Commodore präsentiert den Amiga 2000
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im März 1989:
Commodore meldet den Verkauf des einmillionsten Amiga
im Juni 1990:
Commodore liefert die ersten Amiga 3000 aus
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im Juni 1990:
Commodore präsentiert das CDTV
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im Januar 1991:
Commodore liefert die ersten CDTVs aus
im April 1994:
Commodore beantragt Liquidierung
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