Startseite
Chronik
vor 1800
1800 - 1899
1900 - 1949
50er Jahre
60er Jahre
70er Jahre
80er Jahre
90er Jahre
ab 2000
Firmen
Personen
Commodore

Commodore Business Machines (CBM)

Die Anfänge der Firma Commodore liegen in den 50er Jahren. Der polnische Einwanderer Jack Tramiel hatte einen Reparaturservice für Schreibmaschinen aufgebaut, den er später um den Import billiger osteuropäischer Schreibmaschinen ergänzte. Ab 1958 wurden in Toronto, Kanada tschechische Schreibmaschinen in Lizenz gefertigt. Dazu gründete Tramiel die Firma Commodore. Die Produktion wurde später auf mechanische Rechenmaschinen ausgeweitet.

Tramiel erkannte sehr früh das Potential der Mikroelektronik und stellte einen der ersten erschwinglichen Taschenrechner her. Dabei war er jedoch auf fremde Komponenten angewiesen, was ihm gar nicht behagte. Daher wurde ein Halbleiterhersteller zugekauft, die Firma MOSTEK (kurz MOS). Dieser beschäftigte als Entwickler Chuck Peddle, der kurz zuvor an der Entwicklung des Prozessors 6502 beteiligt gewesen war und Tramiel dazu überredete, einen kleinen Computer auf dieser Basis zu bauen. Das Ergebnis kam unter dem Namen PET (Personal Electronic Transactor) auf den Markt und gilt als einer der ersten Home- und Personalcomputer.

Aus dem PET entstand in den kommenden Jahren eine ganze Familie von Bürocomputern, die unter dem Namen "CBM" vertrieben wurden und in Schulen und Betrieben sehr erfolgreich waren. Das wichtigere Standbein wurden aber die Homecomputer - angefangen mit dem VC-20 und gefolgt vom erfolgreichsten Computer aller Zeiten, dem C-64.

Einige Experimente auf Basis ähnlicher Technik wie beim C-64 stießen auf wenig Gegenliebe am Markt. Der Stern des C-64 begann zu sinken und zudem verließ Jack Tramiel die Firma.

Die Rettung kam in Form des Amiga. Der war von einer gleichnamigen Firma bereits relativ weit entwickelt worden, allerdings mit der Ausrichtung auf ein Videospiel. 1984 war allerdings der Videospielemarkt zusammengebrochen und die Investoren von Amiga verloren die Nerven. Commodore übernahm die Firma und brachte den Amiga als Grafik-Computer zur Serienreife. Gleichzeitig entwicklete die deutsche Niederlassung einen PC-Kompatiblen mit dem Namen PC-10.

Anfangs verkaufte sich der Amiga nur schleppend, da er für einen Homecomputer zu teuer war und es für einen Personal Computer nicht ausreichend gute Anwendungsprogramme gab. Dafür schlug die PC-Serie sehr gut ein, vor allem auf dem deutschen Markt.

Ein billigerer Amiga, das Modell A500 brachte Besserung: Der Rechner war preiswert und leistungsstark. Nach und nach kamen hunderte von Spielen dafür auf den Markt, an Anwendungen mangelte es weiterhin. Dies führte dazu, dass die Profiausführung des Amiga in Gestalt der Modelle A2000, A3000 und später A4000 sich nie richtig durchsetzten. Einzig der A2000 fand viele Freunde im Bereich der Videobearbeitung.

Mit dem PC-50 verzichtete Commodore erstmals auf die Eigenentwicklung eines PC-Modells und steckte eine günstig in Fernost gefertigte Hauptplatine in das eigene Gehäuse. Damit war man qualitiativ auf dem Niveau von Billiganbietern gelandet, lag preislich aber ein Stück über diesen. Dieses Konzept ging nicht auf und Commodore verlor zunehmend Marktanteile. Auch die Idee, sehr günstige aber kaum erweiterbare PCs anzubieten, war nicht besonders erfolgreich.

Commodore bemühte sich um Modellpflege, aber der ehemals so hochgeloble Chipsatz erwies sich nun als zu unflexibel, um die Grafikfähigkeiten nennenswert zu verbessern. So konnten weder Amiga 3000 noch Amiga 4000 mit der Super-VGA-Auflösung damaliger PCs mithalten. Aufwendige und nicht hundertprozentig kompatible Grafikkarten sollten den Missstand erträglicher machen, einen zeitgemäßen Sound konnten die Geräte trotzdem nicht mehr produzieren und HD-Disketten waren nur bei halber Geschwindigkeit lesbar. Nachdem der Amiga Commodore für kurze Zeit zum erfolgreichsten Computerhersteller in Europa gemacht hatte, war er nun der Hauptgrund für den Konkurs der Traditionsmarke 1994.

Chronik:

im Juni 1975: MOS stellt den 6502-Prozessor vor.
[mehr...]

im Oktober 1976: Commodore International kauft MOS
[mehr...]

im Januar 1977: Commodore präsentiert einen ersten Prototyp des PET auf der Messe "Winter Consumer Electronics Show". Außerdem zeigt Chuck Peddle das Gerät Vertretern der Elektronikhandelskette "Radio Shack", in der Hoffnung, diese würden den Vertrieb übernehmen.

im April 1977: Erneut taucht der Commodore PET auf einer Messe auf, der West Coast Computer Faire. Das Gerät soll mit 4 KB RAM und eingebautem Datenrekorder 600 Dollar kosten.

im April 1980: Auf einer Strategietagung in London kündigt Jack Tramiel von Commodore den Bau eines Homecomputers an, der in den USA für 300 Dollar verkauft werden soll.

im Mai 1980: Commodore präsentiert den CBM 8032 Personal Computer.
[mehr...]

im Oktober 1980: Chuck Peddle verlässt Commodore und nimmt einige seiner besten Ingenieure mit.

im Januar 1981: Commodore präsentiert den VIC-20
[mehr...]

im Januar 1982: Commodore präsentiert den C-64 auf der Winter CES
[mehr...]

im September 1982: Commodore liefert die ersten C-64 aus.

im April 1984: Commodore stellt den PC-10 auf der Hannover Messe aus.
[mehr...]

im Juni 1984: Commodore stellt C-16 und plus/4 vor
[mehr...]

im August 1984: Commodore kauft die Firma Amiga
[mehr...]

im Januar 1985: Commodore präsentiert den C-128
[mehr...]

im Juli 1985: Commodore präsentiert den Amiga
[mehr...]

im März 1986: Commodore präsentiert den Amiga in Deutschland
[mehr...]

im Februar 1987: Commodore präsentiert den Amiga 500
[mehr...]

im Februar 1987: Commodore präsentiert den Amiga 2000
[mehr...]

im März 1989: Commodore meldet den Verkauf des einmillionsten Amiga

im Juni 1990: Commodore liefert die ersten Amiga 3000 aus
[mehr...]

im Juni 1990: Commodore präsentiert das CDTV
[mehr...]

im Januar 1991: Commodore liefert die ersten CDTVs aus

im April 1994: Commodore beantragt Liquidierung
[mehr...]