 |

|
 |
Steven Jobs
Geboren 1955
Nach der Schulzeit jobbte Jobs zeitweise bei Hewlett Packard, wo er Steven Wozniak
kennenlernte. Wozniak hatte nebenbei eine "Blue Box" entwickelt, ein Gerät mit dem
man illegalerweise kostenlos telefonieren konnte. Jobs verkaufte ein paar der Geräte.
Anfang 1974 bekam er Arbeit als Videospielentwickler bei Atari. Nach ein paar Monaten
hatte er genug Geld beisammen, um sich eine mehrmonatige Reise durch Indien leisten
zu können, auf der Suche nach spiritueller Erleuchtung.
Im August 1974 kehrte er zurück und begann, bei den Zusammenkünften des "Homebrew
Computer Club" mitzumachen, einem Zusammenschluß etlicher Spinner unter Leitung von
Steven Wozniak, die an eigenen Computern bastelten. Er hatte aber nie das Genie von
Wozniak, was den Entwurf von Schaltungen anging. Dafür hatte er ein Gefühl für die
Vermarktbarkeit von Ideen und er steuerte seine Vorschläge zu Wozniaks Entwürfen bei.
Die beiden entwarfen den Apple I in Jobs Zimmer und bauten ihn in dessen elterlicher
Garage.
Die ersten Apples verkaufte Jobs an einen lokalen Elektronikhändler, der 25 Stück
abnahm. Das genügte nicht, um den Apple weiterzuentwickeln. Deshalb verkauften beide
ihre einzigen und liebsten Wertgegenstände: Jobs seinen VW-Bus und Wozniak seinen
HP-Taschenrechner. Mit diesem Kapital gründeten sie die Firma Apple. Jobs
kündigte seinen Job bei Atari und Wozniak verließ HP. Der Name "Apple" war eine Idee
von Jobs, vermutlich in Erinnerung an seinen Ferienjob als Erntehelfer in Oregon ein
paar Jahre zuvor.
Ein halbes Jahr später wurde der Apple I offiziell vorgestellt. Der Preis betrug
666 Dollar. Jobs verkaufte die Geräte vor allem an Hobbyisten wie die Mitglieder des
"Homebrew Computer Clubs" - etwa 600 Stück. Der Gewinn daraus ermöglichte es Wozniak,
eine verbesserte Version, den Apple II zu bauen. Er kam im April 1977 für 1300 Dollar
auf den Markt. Jobs ermutigte freie Programmierer, Software für den Apple II zu
entwickeln. Binnen weniger Jahre entstanden so etwa 16000 Programme.
In den folgenden drei Jahren erwirtschaftete Apple fast 140 Millionen Dollar, ein
Wachstum von 700%. Damit war die Firma reif für die Börse. Die Aktien gewannen schnell
an Wert.
Bislang war Apple nahezu allein auf dem Markt für Personal Computer aktiv gewesen. Das
änderte sich mit dem Erscheinen des IBM PC, der genau den gleichen Kundenkreis im
Visier hatte und sich deutlich auf Apples Verkaufszahlen auswirkte. Um neue Geräte
wirkungsvoll vermarkten zu können engagierte Jobs John Sculley als neuen Präsidenten.
Er war zuvor bei Papsi Cola gewesen. Jobs hat ihn angeblich mit den folgenden Worten
überzeugt: "Wenn Sie bei Pepsi bleiben, wird Ihr einziger Erfolg in fünf Jahren darin
bestehen, noch mehr Zuckerwasser an Kinder verkauft zu haben. Wenn Sie zu Apple kommen,
können Sie die Welt verändern!"
Die mit großem Aufwand entwickelte Lisa entwickelte sich zu einem ernsthaften Fehlschlag
für Apple: Sie war mit $10000 viel zu teuer, auch wenn ihr Betriebssystem mit der
grafischen und per Maus bedienten Oberfläche revolutionär war.
Der MacIntosh sollte der große Befreiungsschlag werden. Jobs wollte mit ihm die Firma
aus der bürokratischen Erstarrung befreien und die Aufbruchstimmung wiederaufleben
lassen, die Apple in den Anfangstagen getragen hatte. Nur in dieser Atmosphäre konnten
die individualistischen, talentierten und oftmals exzentrischen Soft- und
Hardwareentwickler richtig aufleben. Die Firmenleitung sorgte sich eher um die
fehlende IBM-Kompatibilität des neuen Rechners. Trotzdem konnte sich Jobs mit seiner
Idee eines "freundlichen" Computers letztenendes durchsetzen.
Eine nur ein einziges Mal gezeigte und vieldiskutierte Fernsehwerbung begleitete die
Markteinführung des MacIntosh 1984. Obwohl er sehr schnell zum Verkaufserfolg wurde,
verschlechterte sich das Verhältnis von Steve Jobs und John Sculley zusehends.
Sculley wollte die Kosten reduzieren, die Produktlinien verschlanken und den Überbau
verkleinern. Dabei kam ihm Jobs immer wieder in die Quere und so entschloß er sich,
ihn aus dem Verkehr zu ziehen. Er wurde in ein abgelegenes Büro verfrachtet, das
Jobs "Sibirien" nannte und musste feststellen, daß wichtige Dokumente nicht mehr auf
seinem Schreibtisch landeten. Sculley erklärte im August 1985 vor Mitarbeitern, daß
Jobs jetzt und in der Zukunft keine Rolle bei der Leitung der Firma mehr spielen
würde. Jobs war am Boden zerstört, als er von dieser Äußerung erfuhr.
Er verkaufte 20 Millionen Dollar seiner Apple-Aktien, radelte am Strand entlang, reiste
nach Paris und Italien. Zwei Monate brauchte er, um wieder mit sich ins Reine zu kommen.
Dann hatte er eine neue Idee. Er verließ Apple, nahm aber fünf Mitarbeiter mit und
wollte mit ihnen neue, revolutionäre Ideen für Software im Ausbildungsbereich umsetzen.
1989 konnte er die Ergebnisse präsentieren: Entgegen seiner ursprünglichen Absicht
hatte er doch wieder einen Computer entwickeln lassen, den NeXT. Er sollte eine neue
Ära in der Computergeschichte einleiten, was ihm nicht gelang. Die Software war ein
großer Schritt nach vorn, die objektorientierte Art zu programmieren richtungsweisend,
aber die Hardware an und für sich hob sich zu wenig von den gängigen Workstations ab.
1993 gab NeXT die Produktion von Computern auf und konzentrierte sich ganz auf das
Betriebssystem und die zugehörigen Entwicklungswerkzeuge. Aber auch dies konnte sich
auf dem Markt nicht durchsetzen und spielte bald keine große Rolle mehr.
1997 wurde NeXT von Apple aufgekauft. Das Betriebssystem wurde zur neuen Basis der
Betriebssoftware des MacIntosh und bildet heute den Kern des Mac OS 10. Zur großen
Überraschung vieler tauchte damit auch Steve Jobs wieder aus der Versenkung auf. Heute
arbeitet er wieder bei Apple.
Chronik:
im Juni 1970:
Xerox eröffnet das "Palo Alto Research Center"
[mehr...]
|
|