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Clive Sinclair
Geboren 1940
Clive Marles Sinclair wurde am 30. Juli 1940 als ältestes von drei Kindern einer
Ingenieursfamilie geboren. Er konnte sich schon früh für alles begeistern, was
mit Wasser zu tun hatte - Baden, Boot fahren, ein U-Boot bauen. Andere sportliche
Aktivitäten waren ihm eher fremd.
Er ging recht gern zur Schule, setzte sich in seiner Freizeit aber lieber
autodidaktisch mit Themen auseinander, die ihn wirklich interessierten.
Als Teenager entdeckte er die Elektronik. Er war schon immer von miniaturisierten
Dingen begeistert gewesen und übertrug dieses Interesse auf seine
Schaltungsentwürfe, indem er nach immer besseren und eleganteren Varianten mit
immer kleineren Komponenten suchte. Er bastelte Radios und Verstärker für seine
Familie und Freunde, so daß der chaotische Zustand seines Zimmers einigermaßen
gelassen hingenommen wurde.
In dieser Zeit baute er auch seine erste Rechnenmaschine, die über Lochkarten
gefüttert wurde. Dafür "erfand" er das binäre Zahlensystem und war sehr
niedergeschlagen, als er später dahinterkam, daß er bei weitem nicht der
erste war, der diese Idee hatte.
Schon während der Schulzeit hatte Clive Sinclair einen Artikel für die
Zeitschrift "Practical Wireless" geschrieben. Nachdem er mit 18 die Schule
verlassen hatte, fand er dort eine Anstellung als Redaktionsassistent. Seine
beiden Vorgesetzten fielen kurz nacheinander aus - der erste aufgrund einer
Krankheit, der zweite war der alleinigen Verantwortung nicht gewachsen - und
so wurde Sinclair mit 18 bereits zum Chefredakteur einer Elektronikzeitschrift.
Er empfand den Job als wenig anstrengend - es gab viele freie Mitarbeiter und
Leserzusendungen, die er nur zusammenstellen und etwas aufarbeiten musste. An
einem Tag pro Woche war dies zu schaffen, was ihm viel Zeit für seine eigene
Weiterbildung und Schaltungsentwürfe ließ.
Doch schon bald langweilte ihn diese Tätigkeit - sein Ziel war die Gründung
einer eigenen Firma. Trotzdem ließ er sich im August 1958 auf einer Messe von
Bernard Babani, dem Chef des Verlags "Bernard's Publishing" abwerben. Dort
entwarf er drei Jahre lang Schaltungen für Elektronikbücher.
1961 hatte er sein Ziel fast erreicht: Er hatte eine Firma gegründet und ein
kleines Transistorradio entwickelt, das er als Bausatz verkaufen wollte. Ein
Geldgeber war auch gefunden und so kündigte Sinclair bei Bernard's - um dann
festzustellen, daß sein Finanzier abgesprungen war.
Somit brauchte er kurzfristig einen neuen Job, den er bei "United Trade Press"
als technischer Redakteur der Zeitschrift "Instrument Practice" fand. Während
eines Jahres trat er dort regelmäßig mit eigenen Artikeln in Erscheinung - viel
wichtiger für ihn waren die Verbindungen zur Halbleiterindustrie, die er in
dieser Zeit knüpfte.
Im November 1962 trat er mit einer neuen Firma, "Sinclair Radionics Ltd", an die
Öffentlichkeit. Sein erstes Produkt war der "Sinclair Microamplifier", ein
miniaturisierter Verstärker. Für die Bestellannahme, Fertigung und den Vertrieb
hatte Sinclair die Firma CCL gewonnen, die einem Bekannten, Tim Eiloart, gehörte.
Der Erfolg stellte sich schnell und danach in immer stärkerem Maße ein - bald
wurde die Produktpalette noch um das ursprünglich geplante Radio erweitert und
weitere Produkte folgten in den kommenden Jahren.
1979 war bereits ein schnell wachsender Markt für Personal Computer entstanden.
Sinclair entschloß sich, den Einstieg in diesen Markt am unteren Ende und über
einen sensationell niedrigen Preis zu wagen. So war der im Januar 1980
vorgestellte ZX80 der Weltkleinste und billigste Computer - in England wurde er
für umgerechnet 300 Mark als Fertiggerät und 250 Mark als Bausatz verkauft.
Die größte Kostenersparnis wurde durch die Verwendung eines Fernsehgerätes als
Monitor und eines Kassettenrekorders als Datenspeicher erzielt - eine Idee, die
später fast alle anderen Homecomputer nachmachten.
Zunächst hatte Clive Sinclair Bedenken, ob ein derart kleiner Rechner bei der
Kundschaft ankommen könnte - immerhin galten Computer damals als große,
geheimnisvolle Kästen, die in klimatisierten Räumen herumstanden und vorne mit
großen hin- und herrotierenden Magnetbandspulen bestückt waren. Die Bedenken
erwiesen sich als unbegründet - der ZX80 wurde vom ersten Tag an zu einem
unglaublichen Erfolg. Im ersten halben Jahr wurden bereits 20000 Stück verkauft.
Der Nachfolger, ZX81, kam im März 1981 auf den Markt. Die wesentliche Änderung
war die Zusammenfassung etlicher Logikbausteine des ZX80 in einen neu designten
Baustein, der von Ferranti hergestellt wurde. So konnte der ZX81 nochmals
deutlich preiswerter angeboten werden als sein Vorgänger.
Für Schulen wurden zusätzliche Sonderpreise eingeräumt, worauf etwa 2300 Schulen
in England ZX81-Systeme kauften.
Ein preiswerter Drucker war bei der Vorstellung des ZX81 versprochen worden und
wurde gegen Ende des Jahres für umgerechnet 150 Mark verkauft. Er arbeitete mit
metallisiertem Papier und einer im Kreis rasenden elektrisch geladenen
"Schreibnadel". Sinclairs Computer wurden außer in England auch in den USA und
in Japan vertrieben. Im Januar 1982 waren bereits 300000 ZX81 verkauft und im
Verlauf des Jahres sollten nochmals 500000 dazukommen.
Zudem erschien im April 1982 der ZX Spectrum in zwei Versionen - mit 16 oder
48 KB RAM. Er konnte Farben darstellen, Töne produzieren, hatte eine
hochauflösende Grafik (gemessen an den damaligen Verhältnissen) und ein
verbessertes Basic. Clive Sinclair war enttäuscht, daß dieser Rechner nahezu
ausschließlich zum Spielen verwendet wurde - im Gegensatz zu den Vorgängern,
deren Besitzer eher von der Neugier und technischem Interesse angelockt worden
waren.
Trotzdem wurde der Spectrum der bislang erfolgreichste von Sinclairs Computern:
Er war in über 30 Ländern weltweit zu kaufen und allein in England wurden
zeitweise bis zu 15000 Stück pro Woche verkauft.
Nachfolger des Spectrum sollte Anfang 1984 wieder ein Rechner werden, der eher
die Techniker und Programmierer ansprach - nur waren die auf dem mittlerweile
rasant gewachsenen Homecomputermarkt stark in die Minderheit geraten. Der QL
(Quantum Leap) bot zwar fast die technischen Daten wie ein MacIntosh von Apple,
allerdings ohne dessen zukunftsweisendes graphisch orientiertes Desktop. Clive
Sinclairs Philosophie, bekannte Technik stark zu vereinfachen und zu
sensationellen Preisen zu verkaufen, ging beim QL erstmals nicht auf. Die
gewaltigen Entwicklungskosten des QL kamen so nicht wieder herein und konnten
auch durch die mittlerweile sinkenden Verkaufszahlen des Spectrums nicht
aufgefangen werden.
Das Ende für Sinclair Research kam mit dem Verkauf Anfang 1986 an Amstrad.
Der Spectrum wurde zwar noch eine Weile weiterentwickelt und -gebaut, allerdings
ohne Mitwirkung Clive Sinclairs. Er versuchte es mit einer neuen Firma -
Cambridge Computers - noch ein letztes Mal, im Computermarkt Fuß zu fassen.
Der Z88 war ein tragbares Gerät, das allerdings nicht genug Gewinn abwarf um
Cambridge Computers am Leben zu erhalten.
Sinclair zog sich aus dem Computergeschäft zurück und machte später noch einmal
durch die Entwicklung eines Elektroautos von sich reden. In den letzten Jahren
ist es allerdings recht still um ihn geworden.
(Modifizierte und gekürzte Übersetzung einer Biografie von Rodney Dale)
Chronik:
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