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Jack Tramiel
Geboren 1928
Jack Tramiel wuchs in Polen auf. Er musste den zweiten Weltkrieg in Deutschland verbringen
und wanderte danach in die vereinigten Staaten aus. Dort schlug er sich nach dreijährigem
Militärdienst zunächst mit der Reparatur und dem Vertrieb von Schreibmaschinen durch, ab
1958 baute er in Toronto, Kanada tschechische Schreibmaschinen in Lizenz. Die dafür
gegründete Firma nannte er "Commodore". Eine militärische Bezeichnung wollte er von
Anfang an, "General" und "Admiral" waren bereits als Namen geschützt, so verfiel er auf
Commodore, als er bei einer Reise nach Berlin einen Opel Commodore sah.
Mit dem Aufkommen elektronischer Taschenrechner entdeckte Tramiel ein neues
Betätigungsfeld, das er durch den Kauf einer eigenen Halbleiterfertigung (MOS)
forcierte. Damit hatte er sich auch den Weg geebnet, in die Produktion von
Computern einzusteigen.
Nach großen Erfolgen wie dem PET, den CBM Bürocomputern, dem VC-20 und dem C-64
verließ Jack Tramiel 1984 Commodore. Er fühlte sich in seinen unternehmerischen
Freiheiten von den Finanzfachleuten bei Commodore zu sehr eingeschränkt. Er verschwand
aber nur kurz von der Bildfläche. Im Juli 1984 tauchte er als neuer Chef von Atari
wieder auf.
Sowohl Commodore als auch Atari brauchten dringend einen neuen Homecomputer. Es war
klar, daß die 8-Bit-Ära zu Ende ging. Da kam der Verkauf von Amiga mit ihrem fast
fertigen Rechner gerade recht. Tramiel versuchte es zuerst. Gemäß seiner
Geschäftsphilosophie (Business is war) unterbot er den von Amiga gewünschten Preis
($1,50 pro Aktie) mit 80 Cent pro Aktie deutlich. Als Amiga das Angebot ablehnte,
unterbreitete Tramiel ein neues - mit 70 Cent pro Aktie noch niedrigeres. Vielleicht
hätte er mit diesem Spiel Erfolg gehabt. Allerdings besann sich nun auch Commodore
und übernahm Amiga in einer Nacht-und-Nebel-Aktion im August 1984 für $4,25 pro Aktie.
Nun galt Atari endgültig als erledigt. Aber da hatte man den neuen Chef gewaltig
unterschätzt. Als einer der Interessenten für den Amiga kannte er dessen technische
Spezifikationen und konnte seinen von Commodore mitgebrachten Entwicklungschef Shiraz
Shivji anweisen, eine Art "Gegen-Amiga" zu bauen.
Während es durchaus möglich ist, in einem halben Jahr einen Computer zu entwickeln,
sieht das bei einem komplexen Betriebssystem ganz anders aus. Tramiel löste das Problem,
indem er fertige Komponenten aufkaufte und diese dann nur noch an seinen neuen Computer
anpassen lassen musste.
Der Atari ST war sogar noch ein halbes Jahr vor dem Amiga fertig und wurde vom Start
weg ein riesiger Erfolg. Als Anfang der 90er Ataris Stern zu sinken begann, wurde
es auch ruhig um Jack Tramiel.
Chronik:
im April 1980:
Auf einer Strategietagung in London kündigt Jack Tramiel von Commodore den Bau eines
Homecomputers an, der in den USA für 300 Dollar verkauft werden soll.
im August 1984:
Commodore kauft die Firma Amiga
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