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Steven Wozniak

Geboren 1950

Schon als Kind war Steven Wozniak von Mathematik und Computern begeistert. Manchmal versank er so sehr in mathematischen Grübeleien, daß ihn seine Mutter schüttelnderweise ins wirkliche Leben zurückholen musste. Schon damals war ihm klar, daß er Ingenieur werden wollte.

Mitte der 70er Jahre verließ er die Universität ohne Abschluß, als sich ihm die Möglichkeit bot, bei Hewlett Packard zu arbeiten. Nebenher begann er mit seinem Freund John Draper an einer Blue Box zu arbeiten, einem Gerät mit dem man sich illegal kostenlose Ferngespräche im Telefonnetz ergaunern konnte. Draper erinnert sich, daß Steve Wozniak als erstes den Papst anrufen wollte - um eine Beichte abzulegen. Bei HP traf Wozniak den Ferienjobber Steven Jobs, der ihm beim Verkauf seiner Blue Boxen half.

Steven Wozniak begann am Apple I zu arbeiten. Gleichzeitig war er im "Homebrew Computer Club" aktiv, einem Zusammenschluß etlicher Spinner, die an eigenen Computern bastelten. Steve Jobs nahm eine zeitlang an den Zusammenkünften des Clubs teil, hatte aber nie das Genie von Wozniak, was den Entwurf von Schaltungen anging. Aber er hatte ein Gefühl für die Vermarktbarkeit von Ideen und er steuerte seine Ideen zu Wozniaks Entwürfen bei. Die beiden entwarfen den Apple I in Jobs Zimmer und bauten ihn in dessen elterlicher Garage.

Die ersten Apples gingen an einen lokalen Elektronikhändler, der 25 Stück abnahm. Das genügte nicht, um den Apple weiterzuentwickeln. Deshalb verkauften beide ihre einzigen und liebsten Wertgegenstände: Jobs seinen VW-Bus und Wozniak seinen HP-Taschenrechner. Mit diesem Kapital gründeten sie die Firma Apple. Wozniak verließ HP und wurde "Vizepräsident für Forschung und Entwicklung" des Zwei-Mann-Betriebs.

Ein halbes Jahr später wurde der Apple I offiziell vorgestellt. Er war der erste Einplatinenrechner mit integrierter Videologik und einem BIOS im ROM. Der Preis betrug 666 Dollar. Etwa 600 Stück wurden verkauft. Der Gewinn daraus ermöglichte es Wozniak, eine verbesserte Version, den Apple II zu bauen. Einige Verbesserungen des Apple II entstanden aufgrund von Wozniaks Fimmel, sein Spiel "Breakout" darauf zum laufen zu bringen, das er früher für Atari entwickelt hatte. So bekam das Gerät einen Lautsprecher und einen Anschluß für Paddles (analoge Spielhebel, die sich nur in einer Richtung hin- und herschieben lassen).

Im April 1977 kam der Apple II für 1300 Dollar auf den Markt. Er wurde sofort zum Erfolg und machte Apple zu einer gutgehenden Firma, die 1980 den Gang an die Börse wagte.

1981 kam dann der erste Rückschlag: Der neue Apple III startete mit einer satten Bauchlandung. Die ersten Geräte mussten aufgrund von Designfehlern zurückgenommen werden. Auch wenn die nachgebesserten Geräte dann stabil liefen, konnte sich der Apple III von seinem schlechten Ruf nie befreien und wurde nie besonders gut verkauft.

Nach einer kräftigen Umstrukturierung bei Apple versuchte Steve Jobs, Wozniak für sein neues Projekt, den MacIntosh zu gewinnen. Im Februar 1982 stürzte Wozniak jedoch mit seinem Privatflugzeug ab und erlitt eine Gehirnerschütterung. Für einige Zeit funktionierte sein Kurzzeitgedächtnis nicht mehr. Dieser Schock bewog ihn, Apple für einige Zeit zu verlassen und einige Dinge zu tun, für die er zuvor nicht die Zeit gefunden hatte: Er kehrte ans College zurück und holte unter Pseudonym (Rocky Clark) die Abschlüsse in Informatik und Elektronik nach, er heiratete und entwickelte Lehrmaterial, das Schülern den Zugang zum Computer erleichtern sollte. Schließlich unterstützte er noch zwei Rockmusik-Festivals, die zwar finanziell ein großes Zuschußgeschäft waren, ihm aber persönlich wieder die Kraft gaben, erneut bei Apple einzusteigen.

1985 erhielt Wozniak gemeinsam mit Steve Jobs die "Nationale Technologieauszeichnung". Sie wurde im Weißen Haus von Ronald Reagan überreicht. Direkt danach schied Wozniak bei Apple aus, Jobs folgte ihm etwas später.

Steven Wozniak eröffnete eine neue Firma, CL-9, die Fernbedienungen für Geräte der Unterhaltungselektronik baute. Kurz nach der Präsentation ihres ersten Produktes, einer Universalfernbedienung für alle Geräte eines normalen Haushalts, schloß die Firma auch schon wieder. Die Zeit war wohl noch nicht reif. Nebenbei engagierte er sich in öffentlichen Einrichtungen, spendete viel Geld an Hilfsorganisationen und leistete freiwillige Arbeit in Kindergärten im Silicon Valley, wo er spanischsprachige Einwandererkinder unterrichtete. Mittlerweile ist es recht ruhig um ihn geworden.

Chronik:

im Juni 1975: MOS stellt den 6502-Prozessor vor.
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