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Nach einer Vorstudie, Z2 genannt, baute Konrad Zuse einen Rechner nach dem gleichen Funktionsprinzip wie die Z1, allerdings auf Basis von Relais. Die Z3 wurde 1941 vollendet und war damit der erste elektrische, programmierbare Computer der Welt. Leider wurde das Gerät 1943 bei einem Bombenangriff zerstört. Zuse baute 1960 eine Replik, die heute im Deutschen Museum in München steht.

Das Prinzipschaltbild zeigt die wesentlichen Konstruktionsmerkmale der Zuserechner: Der Programmablauf ist auf Lochstreifen gespeichert und wird von dort Schritt für Schritt eingelesen. Das Programm kann nur linear ablaufen, Sprünge sind nicht möglich. Schleifen können realisiert werden, indem die Enden des Lochstreifens zu einem Ring zusammengeklebt werden.



Der Streifen kann nur Anweisungen und Adressen von Speicherzellen enthalten, keine Daten. Der Speicher kann Daten in zwei Operandenspeicher des Rechenwerks übertragen oder Daten aus dem Ergebnisspeicher des Rechenwerks ablegen. Ein weiterer Datenpfad existiert vom Rechenwerk zur Tastatur und zur Anzeige. Darüber kommuniziert der Rechner mit der Außenwelt.

Ähnlich sahen auch die Rechner aus, die unabhängig von der Entwicklung Zuses zwischen 1944 und 1950 überwiegend in Amerika in Betrieb gingen. Namentlich bekannt sind hier vor allem der relaisbasierte "Mark I" und der röhrenbasierte "Eniac".

Beide wurden unter erheblich besseren Rahmenbedingungen erstellt als die Rechner Konrad Zuses. Der Mark I bestand aus 3304 Relais und einem überwiegend mechanischen Rechenwerk, das im Zehnersystem arbeitete. Die mechanischen Komponenten summierten sich auf über 700000 Teile, das Gerät war 15m lang, 2,5m hoch und 5 Tonnen schwer. Es ging 1944 in Betrieb und war damit der erste amerikanische Computer. Die Entwicklung wurde größtenteils von IBM finanziert. Entwickler war der Mathematiker Howard Aiken (1900-1973), unterstützt von Grace Murray Hopper (1906-1992). Letztere war bis Ende der 50er Jahre bei zahlreichen Computerprojekten dabei und gilt als Erfinderin des Compilers und eine der Schöpferinnen der Sprache Cobol. Zudem geht eine der schönsten Anekdoten der Computer-Urzeit auf sie zurück: Bei einer Störung des Eniac hatte sie sich auf die Suche nach dem Fehler begeben und entdeckt, dass eine Motte in ein Relais geraten war und dieses blockiert hatte. Als sie gerade dabei war, das Insekt zu entfernen, kam ihr Chef herein und wollte wissen, was sie gerade machte. "I'm de-bugging the machine" war die Antwort - und seither heisst die Fehlerbeseitigung in Computerprogrammen "debugging". Das herauspräparierte Tier wurde anschließend mit Klebeband im Logbuch des Eniac fixiert.

Mark I führte eine Addition in ca. 0,3s durch und benötigte für eine Multiplikation 3 - 6 Sekunden. Damit lag er in der gleichen Größenordnung wie Zuses Z3 - und das bei erheblich größerem technischem Aufwand.