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Eines der grundlegendsten Probleme beim Bau eines Computers ist der Speicher. Selbst die
einfachsten Geräte benötigten einen kleinen Arbeitsspeicher, in dem Zwischenergebnisse
abgelegt werden konnten. Spätestens mit der Von-Neumann-Architektur ist ein möglichst
großer Arbeitsspeicher unerlässlich, soll er doch neben Zwischenergenissen auch
Ausgangsdaten, Ergebnisse und das Programm selbst aufnehmen.
Zuse erschien ein elektronischer Speicher als zu aufwendig – seine ersten Maschinen hatten
ein mechanisches „Gedächtnis“. Aber auch die übrigen Computerbauer kamen beim Versuch,
Speicherplätze erschwinglich zu machen, zu teils skurrilen Ergebnissen.
Die meisten der ersten Röhrencomputer hatten gewaltige quecksilbergefüllte Glaskolben als
Speicher – etwa 1m lang und 30 cm dick. Am einen Ende war ein Lautsprecher, am anderen ein
Mikrofon montiert. Nun konnten Bits als Schallwellen ausgesandt werden und am anderen Ende
wieder empfangen werden. Das Mikrofonsignal wurde verstärkt und wieder auf den Lautsprecher
geschickt. Die Daten liefen somit immer im Kreis und die Kapazität des Speichers ergab sich
durch die Laufzeit des Schalls in der Röhre und damit die Anzahl von Bits, die gleichzeitig
„unterwegs“ waren. Ein weiterer Effekt war der sequenzielle Zugriff: Will man ein bestimmtes
Bit aus dem Speicher auslesen, muss man warten, bis es vorbeikommt. Ein direkter Zugriff ist
nicht möglich.
Alle späteren Entwicklungen hatten eines gemeinsam: Sie schufen wahlweise große
Speicherkapazitäten zu geringem Preis, die relativ langsam sind. Oder umgekehrt sehr
schnellen Speicher, der aus wirtschaftlichen Gründen aber nicht sehr groß ausfallen darf.
Natürlich gibt es auch Kompromisse aus beidem. So entsteht eine Klassifizierung von Speicher
gemäß der nebenstehenden Abbildung.
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