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Chronik des PC
Der IBM PC und seine Nachfahren
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1978

Im Mai nimmt Intel die Produktion des 8086-Prozessors auf. Bei einem maximalen Takt von 4,77 MHz kostet er $360. Angeblich wurde er von nur zwei Ingenieuren in drei Wochen entwickelt.

1979

Im Juni stellt Intel den 8088-Prozessor vor. Er arbeitet ebenfalls mit einem maximalen Takt von 4,77 MHz, hat aber im Gegensatz zum 8086 nur einen 8-Bit-Datenbus. Damit kann ein Computer mit wesentlich geringerem Aufwand "drumherum" gebaut werden.

Im September erscheint Motorolas 68000-Prozessor. Der Name kommt von den 68000 Transistoren, die in der Urversion enthalten sind (Zum Vergleich: Im 8086/8088 stecken 29000 Transistoren). Der 68000er arbeitet mit 8 MHz und hat intern eine Registerstruktur von 32 Bit Breite. Extern hat er allerdings nur einen 16-Bit-Datenbus. Der Adressraum ist 16 MB groß, der des 8086 nur 1 MB.

1980

Paul Allen von Microsoft lizensiert das Betriebssystem QDOS von der Firma Seattle Computer Products für weniger als $100000. Später wird es Microsoft unter dem Namen "PC-DOS" an IBM weiterlizensieren und als MS-DOS an die Hersteller von PC-Kompatiblen verkaufen.

1981

Im August stellt IBM in New York den 5150 PC Personal Computer vor. Der Rechner enthält einen 8088-Prozessor mit 4,77 MHz, 64 KB RAM, 40 KB ROM, ein Diskettenlaufwerk (5,25", 160 KB) und PC-DOS 1.0. Das Gerät kostet mit einer MGA-Grafikkarte (80x25 monochrom Text, keine Grafik) und Grünmonitor bereits $3000, mit Farbgrafik (CGA) verdoppelt sich der Preis.

1982

Im November präsentiert Compaq den ersten IBM PC-Kompatiblen. Das tragbare Gerät arbeitet mit dem 8088-Prozessor bei 4,77 MHz, hat 128 KB RAM, ein Diskettenlaufwerk mit 320 KB und einen 9"-Monochrombildschirm. Es kostet $3000. Das größte Problem war, ein BIOS zu programmieren, das zu dem des originalen IBM PC kompatibel ist, aber keine Rechte von IBM verletzt. Dafür wendete Compaq angeblich eine Million Dollar auf.

1983

Im März stellt IBM den PC XT (Extended Technology) vor. Gegenüber dem PC hat er zusätzlich eine 10 MB Festplatte, drei weitere Steckplätze und eine serielle Schnittstelle. Mit 128 KB RAM und 320 KB Diskettenlaufwerk soll er $5000 kosten!

1984

Der Macintosh betritt im Januar mit einem Paukenschlag die Bühne: Während des NFL Super Bowl, der wichtigsten Footballübertragung im Fernsehen, läuft ein Werbespot im Stil von Orwells "1984", der den Mac als Befreiung aus der Monotonie und Unterdrückung der anderen Computersysteme (gemeint war natürlich vor allem IBMs PC) feiert. Der Spot läuft nur ein einziges Mal und gilt als eine der besten Kampagnen aller Zeiten. Der Mac arbeitet mit dem 68000er-Prozessor, hat 128 KB Arbeitsspeicher und vereinigt in einem kompakten Gehäuse zudem ein 400 KB Diskettenlaufwerk und einen 9"-Monochrommonitor, der 512x342 Bildpunkte anzeigt. Mit dem Mac wird erstmals ein Gerät massenhaft verkauft, das überwiegend per Maus bedient wird.

Im August präsentiert IBM die nächste Generation des PC: Der AT (Advanced Technology) arbeitet mit dem 80286-Prozessor von Intel bei 6 MHz, hat 256 KB RAM, eine 1,2 MB Floppy und PC-DOS 3.0. Mit 20 MB Festplatte, CGA-Grafikkarte und Farbmonitor kostet das Gerät $6700.

1985

Atari präsentiert im Januar den ST. Die drei Modelle 130 ST, 260 ST und 520 ST mit 128, 256 und 512 KB RAM kommen so jedoch nicht auf den Markt. Das kleinste Modell wird der 260 ST, der allerdings schon 512 KB RAM hat. Als Prozessor arbeitet Motorolas 68000, der Rechner beherrscht eine monochrome Auflösung von 640x400 Punkten bei 72 Hz Bildwiederholfrequenz und hat eine eingebaute Midi-Schnittstelle. Zum Betrieb benötigt man ein externes Diskettenlaufwerk mit 360 oder 720 KB. Ohne Monitor soll der 260 ST etwa $600 kosten.

Im Juli stellt Commodore in New York den Amiga 1000 vor. Mit 68000er-Prozessor, 256KB RAM, Farbgrafik mit bis zu 640x512 Punkten und maximal 4096 Farben, 880 KB Diskettenlaufwerk und Multitaskingbetriebssystem kostet er sensationelle $1300.

Im November verkauft Microsoft erste Exemplare von Windows 1.0. Damit hatte es von der ersten Ankündigung bis zur Auslieferung geschlagene zwei Jahre gedauert. IBM hatte sich zuvor bei mehreren Präsentationen uninteressiert gezeigt, Windows bei den hauseigenen PCs mitzuliefern. Man kann's verstehen: Windows zeigte sich ressourcenhungrig, instabil und konnte keine überlappenden Fenster anzeigen. Als Konkurrenz war bereits Digital Researchs "GEM" auf dem Markt. Beide konnten dem Betriebssystem des Mac jedoch nicht das Wasser reichen. Der große Durchbruch von Windows sollte erst 1990 (!) mit der Version 3.0 kommen. Bis dahin arbeiteten die meisten PC-Benutzer noch mit MS-DOS.

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