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Der PC hatte für IBM keinen besonders hohen Stellenwert. Die Entwicklermannschaft war klein, das Betriebssystem wurde von Microsoft bezogen und die Entscheidung für Intels 8088-Prozessor konnten Marktbeobachter schon damals nicht nachvollziehen. Sicher wäre eine Maschine auf Basis des 68000ers noch etwas teurer geworden, hätte aber auch deutlich mehr geleistet. Möglicherweise war gerade das jedoch nicht unbedingt erwünscht...

Bei neutraler Betrachtung war der ursprüngliche PC nur wenig leistungsfähiger als z.B. ein CBM 8032 mit 8050-Floppy - dafür aber weit mehr als doppelt so teuer. Trotzdem gelang es IBM, eine Aufbruchstimmung hin zu dem neuen Gerät zu erzeugen. Letztlich war aber auch IBM vom Erfolg des PC überrascht.

Noch größer dürfte die Überraschung gewesen sein, als mit dem Compaq Portable der erste Kompatible auf den Markt kam. Nachdem Microsoft nicht über einen Exklusivvertrag an IBM gebunden war, war MS-DOS für jeden Interessenten zu haben und die Technik des PC war leicht zu kopieren. Der einzige Bereich, in dem IBM der Konkurrenz noch Steine in den Weg legen konnte, war das BIOS. Darunter versteht man die grundlegenden Programmroutinen, die z.B. beim Starten des Rechners benötigt werden und den Zugriff auf Disketten oder Festplatten regeln. Aber auch hier gab es bald Hersteller von BIOSen (Phoenix, AMI und Award), deren Programme mit keinem Urheberrecht seitens IBM kollidierten und die für jeden Nachbau zur Verfügung standen.

Das PC-Projekt begann IBM zunehmend zu entgleiten. Orientierten sich die Nachbauten beim AT noch stark an IBMs Vorgabe, so waren die ersten Rechner mit 80386-Prozessor völlig eigenständige Produkte.

Die nächste Generation von IBM-PCs war die Modellreihe PS/2, die dem Markt noch einige Impulse gab. Die Speichermodule, Maus- und Tastaturanschlüsse mit neuen Buchsen fanden sich schnell auch bei anderen Herstellern. Beim neuen Bussystem "Microchannel" wollte dagegen kaum jemand mitmachen - immerhin wollte IBM ja Lizenzgebühren dafür. Ein Gegenvorschlag namens "EISA" verschwand jedoch genauso wieder vom Markt wie kurz darauf der "Vesa Local Bus" (VLB). Erst mit PCI sollte sich ein schnellerer Bus durchsetzen.

Seither ist die Entwicklung nicht langsamer, dafür aber langweiliger geworden. Im Monatsabstand kommen neue und noch schnellere Prozessoren heraus, die alten werden entsprechend immer billiger. Ebenso bei RAM-Modulen oder Festplatten oder Grafikkarten. Ein Ende ist nicht abzusehen. Ende 2001 dürfte ein ordentlicher Heim-PC demzufolge mit einem 1,3 GHz-Prozessor, 256 MB Arbeitsspeicher und einer 40 GB Festplatte ausgestattet sein. Und jeder wird sich wundern, wie man jemals mit weniger auskommen konnte...

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