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Der erste Prozessor hatte vier Bit und war von Intel (4004). Arg viel
konnte man damit nicht anstellen, der 4004 war in einigen sehr frühen
Taschenrechnern eingebaut. Die nächste Generation war dann schon mit 8
Bit gesegnet - Intels 8008/8080 und Motorolas 6800 mit ein paar
Einschränkungen in der Praxistauglichkeit (gemultiplexter Daten- und
Adreßbus, verschiedene Versorgungsspannungen), gefolgt vom 8085 (Intel).
Gleich mehrere Newcomer versuchten sich nun einen Teil des
zukunftsträchtigen Marktes zu sichern: MOS Technologies mit dem 6502
und Zilog mit dem Z80 waren die erfolgreichsten und sollten in den
80'ern den Homecomputermarkt beherrschen. Auch Motorola versuchte es
noch einmal: Der etwas verkorxte 6800 bekam mit dem 6809 einen nicht
kompatiblen Nachfolger, der architektonisch als einer der besten
8-Bitter gilt.
Zeitgleich gab es die ersten 16-Bit-Prozessoren, einer der ersten war
der TMS9900 von Texas Instruments. Zwei Jahre später erst betrat ein
künftiger Star der Szene die Bühne: der Intel 8086. Das Hauptproblem
bei 16-Bit-Prozessoren war, dass sich die verdoppelte Busbreite auf
die gesamte Systemarchitektur auswirkte - Speicher, Peripheriechips,
Erweiterungsbusse, alles musste mit dem doppelt breiten Datenbus
ausgestattet werden. Da dies die Computerpreise zu sehr in die Höhe
getrieben hätte, verfiel Intel auf den Trick, einen 16-Bit-Prozessor
nach außen hin mit einem 8-Bit-Bus auszustatten. Das ermöglichte eine
billige Systemarchitektur, dafür ging aber auch ein großer Teil der
Performance verloren. Trotzdem entschied sich IBM beim Entwurf des PC
für diesen Zwitter, den 8088. Viele Beobachter hätten sich damals
gewünscht, die Wahl wäre auf den 68000 von Motorola gefallen. Der war
ohne die Altlast der Kompatibilität zu früheren Prozessoren (wie der
zum 8080 bei den 16-Bittern von Intel) von Grund auf neu konstruiert
worden und hatte intern bereits eine 32 Bit breite Architektur.
In der Folgezeit konzentrierte sich das Rennen auf Intel und Motorola.
Schön abwechselnd erschienen die jeweils noch leistungsfähigeren
Topmodelle der beiden Konkurrenten auf dem Markt. Der anfängliche
Technologievorsprung von Motorola schwand allerdings zusehends - das
letzte Modell, der 68060 kann Intels Pentium nicht mehr das Wasser
reichen. Er wurde auch in keinem populären Rechner mehr eingesetzt.
Statt dessen machte Motorola erneut einen Schnitt und entwickelte den
Power PC, dessen neueste Ausführung mittlerweile unter dem Namen "G4"
aktuelle Macintosh-Modelle antreibt. Intel hat die ursprüngliche
80x86-Reihe nahtlos weiterentwickelt und ist heute beim Pentium III
angekommen, nach wie vor bedrängt von Nachbauten wie AMDs Athlon.
Technologisch an der Spitze ist Digital mit seinen Prozessoren, die
als erste einen Takt von über einem GHz erreicht haben. In Organizern
und Pocketcomputern ist oft eine Weiterentwicklung des ARM von Acorn
zu finden.
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Intel 8080-Prozessor (1974)

oben: Motorola 68000 (1979), unten: Intel 80386-Prozessor (1985)
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