|
|
 |

|  |
 |
Starthilfe für den Olivetti M20 und L1 DES
Technik:
Der Rechner wird wahlweise mit einem oder zwei Diskettenlaufwerken
geliefert. Optional gibt es auch eine eingebaute Festplatte, wobei
dann nur noch ein Diskettenlaufwerk möglich ist.
Im Falle zweier Diskettenlaufwerke hat das rechte die Laufwerksbezeichnung
"0:", das linke heißt "1:". Der Rechner kann von beiden booten und versucht
Dateien auf beiden Laufwerken zu finden, wenn die gewünschte Laufwerksbezeichnung
dem Namen nicht vorangestellt wurde.
Ist eine Festplatte vorhanden, so ist deren Bezeichner "10:", das Diskettenlaufwerk
heißt dann "0:".
Tastatur:
Die Tastaturbelegung ist im ersten Moment sehr gewöhnungsbedürftig. Besonders
störend ist die fehlende Backspace-Taste. Sie wird durch die Tastenkombination
Ctrl-H ersetzt. Getrennte Cursortasten gibt es ebenfalls nicht, sie sind als
Zweitbelegung des Ziffernblocks der Tastatur (zusammen mit der Großschreibtaste)
zu finden.
Viele Programmfunktionen werden über die Tasten der obersten Tastaturreihe
ausgelöst, sofern diese zusammen mit "Command" oder "Ctrl" gedrückt werden.
Zur Dokumentation der Tastenfunktionen lag jedem Programm ein transparenter
beschrifteter Plastikstreifen bei, der oberhalb der Tastatur eingelegt werden
konnte.
Man kann einen Warmstart des Rechners durch die Tastenkombination "CTRL-Reset"
auslösen. Er unterscheidet sich vom Kaltstart durch den Verzicht auf den
Systemselbsttest. Zudem bleibt die zuvor eingestellte Uhrzeit erhalten.
Laufende Programme können mit Ctrl-C abgebrochen werden. Ctrl-S hält die
Bildschirmausgabe bis zum nächsten Tastendruck an. Ctrl-"-" schaltet den
Ziffernblock auf CUrsorsteuerung um, Command-"-" aktiviert die heute als
"Caps Lock" bekannte Funktion.
Betriebssystem:
Das originäre Betriebssystem des M20 heißt "PCOS" (Professional Computer
Operating System). Es muss von Diskette geladen werden, im ROM befindet
sich nur ein Bootloader.
Der Betriebssystemkern befindet sich zusammen mit einigen residenten Befehlen
in einer einzigen Datei, die "PCOS.SAV" heißt. Eine bootfähige Diskette kann
man also allein dadurch erzeugen, dass man auf eine formatierte Diskette diese
Datei aufspielt.
Andere Betriebssystembefehle müssen von der Systemdiskette nachgeladen werden.
Sie haben dort entweder die Dateiendung ".SAV" oder ".CMD". Erstere verbleiben
nach einmaliger Anwendung im Arbeitsspeicher (z.B. Treiberprogramme), letztere
werden nach der Ausführung wieder aus dem Arbeitsspeicher entfernt. Für den
Aufruf eines Befehls genügt normalerweise die Eingabe der ersten beiden Zeichen
des Dateinamens.
Nach dem Laden des Betriebssystemkerns wird auf allen Laufwerken nach einem
Programm namens "INIT.CMD" oder "INIT.SAV" gesucht und nach einem Basic-Programm
namens "INIT.BAS". Wird eines davon gefunden, wird es geladen und gestartet.
Bei einem Basicprogramm lädt das Betriebssystem zuvor den Basicinterpreter (der
dazu natürlich auf der Diskette vorhanden sein muss).
Dieses Verhalten kann umgangen werden, indem während des Ladens des Betriebssystemkerns
die Taste "S" oder "B" gedrückt wird. Ersteres erzwingt den Kommandomodus, letzteres
startet auf jeden Fall den Basicinterpreter.
Wird ein Befehl eingegeben, so wird dieser zunächst im Arbeitsspeicher gesucht,
danach auf dem zuletzt verwendeten Laufwerk und abschließend auf dem anderen
Laufwerk. Wird er nicht gefunden, gibt der Rechner die Meldung "Error 92" aus.
Befehlsübersicht:
ba [Dateiname] (basic)
Startet den Basicinterpreter. Ist eine Datei angegeben, wird sie als Basic-Programm
eingelesen und ausgeführt.
dc [%h|%m[h]] (describe configuration)
Die Systemkonfiguration wird ausgegeben. Ohne Parameter erscheint die gleiche Ausgabe,
die auch beim Start des Betriebssystems zu sehen ist. Die Variante "dc %h" erzeugt
eine Liste der genauen Hardwarekonfiguration, "dc %m" zeigt die genaue Belegung des
Arbeitsspeichers an.
ed [%b][%r][%c] Dateiname (edit)
Startet den Fullscreen-Editor. Mit dem Parameter "%r" wird die Datei nur zum Lesen
geöffnet. "%b" erzeugt vor der Bearbeitung ein Backup der Datei mit der Endung ".bak".
"%c" wird zur Bearbeitung normaler ASCII-Dateien benötigt. Standardmäßig erzeugt der
Editor als Zeilentrenner das Zeichen mit ASCII-Code 30 ("RS") anstelle von CR + LF.
Die Kommandofunktionen des Editors können dem Tastaturoverlay des Betriebssystems
entnommen werden.
ep (error print)
Dieser Befehl wird nach dem Start resident und bewirkt, dass nachfolgend alle
Fehler nicht nur mit einer Nummer sondern auch einem kurzen Meldungstext ausgegeben
werden.
fc [%A][%F] Quelldatei, Zieldatei|Ziellaufwerk (file copy)
fc [%U] Quelldatei(en), Ziellaufwerk
Kopiert Dateien. Die erste Befehlsform kann nur einzelne Dateien kopieren. Mit der
Option "%A" muss die Zieldatei bereits existieren und der Inhalt der Quelldatei wird
daran angehängt. Die Option "%F" führt dazu, dass eine bereits existierende Datei
ohne Rückfrage überschrieben wird. Die Zweite Befehlsvariante ermöglicht die Angabe
von Wildcards ("*") und damit die Kopie mehrerer Dateien auf einmal. "%U" sorgt dafür,
dass kopiergeschützte Dateien übersprungen werden. Andernfalls werden Sie als leere
Dateien auf dem Ziellaufwerk angelegt.
Beispiel: fc 0:* 1: - Kopiert alle Dateien von Laufwerk 0: auf Laufwerk 1:
fk Dateiname [,Dateiname] ... (file kill)
Löscht die angegebenen Dateien. Die Verwendung von Wildcards ist möglich.
fl Dateiname [,Dateiname] ... (file list)
Zeigt den Inhalt der angegebenen Dateien an.
fm Quelldatei,Zieldatei (file move)
Erlaubt das Kopieren einer Datei bei nur einem Laufwerk. Sowohl vor dem Lesen als
auch vor dem Schreiben der Datei wird der Anwender um das Einlegen der gewünschten
Diskette gebeten. Bei großen Dateien können mehrere Diskettenwechsel notwendig sein.
fn Dateiname,Sektorenzahl (file new)
Legt eine neue, leere Datei an und reserviert dafür die angegebene Anzahl
aufeinanderfolgender Sektoren auf dem Speichermedium.
fr Dateiname,neuer Dateiname (file rename)
Benennt die angegebene Datei um.
pl Befehl[,Befehl]... (program load)
Die angegebenen Befehle werden resident geladen. Damit wird keine Systemdiskette mehr
benötigt, wenn der Befehl das nächste mal eingegeben wird. Das ist besonders nützlich
bei Befehlen wie "vc" (Diskette kopieren), bei denen zwei andere Disketten eingelegt
sein müssen. Zudem wird bei einem häufig benötigten Befehl die jeweilige Ladezeit
eingespart.
pu Befehl[,Befehl]... (program unload)
Entfernt die angegebenen, mit pl resident geladenen Befehle wieder aus dem
Arbeitsspeicher.
ps [Dateiname] (program save)
Speichert die aktuelle Betriebssystemkonfiguration als startbares Betriebssystem ab.
Ist kein anderer Name angegeben, wird auf Laufwerk 0: die Datei PCOS.SAV geschrieben.
Enthalten ist dabei der Betriebssystemkern, alle residenten Programme und alle
Konfigurationsparameter. Falls auf einer Diskette mehrere Systeme abgelegt sind, wird
beim Booten immer das zuletzt gespeicherte verwendet.
pr Dateiname (program run)
Lädt das mit ps gespeicherte Betriebssystem des angegebenen Namens und startet es.
rf Dateiname (read font)
Der aktuelle Bildschirmzeichensatz wird in einem speziellen, per ed editierbaren
Format auf die Diskette geschrieben.
wf [Dateiname] (write font)
Hiermit kann ein Bildschirmzeichensatz eingelesen und aktiviert werden. Ohne Dateiname
aufgerufen, gibt der Befehl einen zuvor eingelesenen Zeichensatz frei.
rk Dateiname (repair kill)
Falls eine versehentlich gelöschte Datei noch nicht physisch überschrieben wurde,
kann sie mit diesem Befehl wieder zurückgeholt werden.
rs (rs232)
Lädt den Treiber für die RS232-Schnittstelle resident.
sa Parameterdatei (save)
Ermöglicht das Backup der Festplatte oder eines Teiles davon auf Disketten. Umgekehrt
kann mit dem Befehl auch eine Rücksicherung bewerkstelligt werden. Beides wird über
eine Parameterdatei gesteuert, die die gewünschten Aktionen genau spezifiziert.
sb [max Dateianzahl],[Speichergröße],[max. Fensterzahl][,Dateipuffergröße]
(set basic environment)
Hiermit werden die Grundeinstellungen für den Basicinterpreter festgelegt. Ohne Parameter
aufgerufen zeigt der Befehl die aktuellen Einstellungen an.
sc Gerätename:,[Bit/s],[Parität],[Stopp-Bits],[Bits],[Duplex],[XON/XOFF][,Puffergröße]
(set communication)
Setzt für die angegebene serielle Schnittstelle die Übertragungsparameter.
sd [Gerätename:][,neuer Name:] (set device)
Ohne Parameter wird eine Liste der verfügbaren Schnittstellen angezeigt. Die Anzeige kann
auch auf eine einzelne Schnittstelle beschränkt werden oder dieser ein neuer Name
zugewiesen werden. Mögliche Geräte sind prt: (Drucker), cons: (Konsole), ieee:
(IEEE-Schnittstelle), com: (Standard RS-232), com1:, com2: (RS-232-Erweiterungen).
se Gerätenummer (set volume)
Aktiviert das Laufwerk mit der angegebenen Nummer.
sf [Status],[Bezeichnung],[Zeilen/Seite],[Leerzeilen],[Zeichenformat],
[Schnittstelle][,'Kopftext'] (set format)
Legt das Ausgabeformat für den Drucker fest.
sl [Tastaturcode] (set language)
Legt die Tastaturvariante fest. Die wichtigsten sind:
1 = Deutsch
4 = USA
15 = Deutsch alt
16 = Datev (zur Aktivierung der Sondertasten S3, S5 und S6 beim L1 DES)
sp [Fensternummer],[Darstellung],['Kopftext'][,Datum/Zeit] (screen print)
Erzeugt eine Hardcopy eines Fensters auf dem Drucker.
ss [Datum,][Uhrzeit],[Verifikation],[anzulegende Sektoren][,Bildschirmformat]
(set system environment)
Legt einige Grundeinstellungen des Betriebssystems fest.
va [Laufwerksname:] (volume alphabetize)
Sortiert das Inhaltsverzeichnis auf der Diskette im angegebenen Laufwerk.
vc Quelllaufwerk:,Ziellaufwerk: (volume copy)
Erzeugt eine identische Kopie der Diskette im Quelllaufwerk auf jener im
Ziellaufwerk. Die Zieldiskette muss zuvor formatiert werden. Der Befehl
schlägt fehl, wenn die Diskette kopiergeschützte Dateien enthält.
vf [%s]Laufwerk:[,Name] (volume format)
Die Diskette im angegebenen Laufwerk wird formatiert und erhält den angegebenen Namen.
Mit dem Parameter %s kann eine Diskette in einem 320KB-Laufwerk im älteren
160KB-Format formatiert werden.
vl [Laufwerk:][Dateiname] (volume list)
Zeigt das Inhaltsverzeichnis eines Speichermediums, wahlweise gefiltert auf
bestimmte Dateien (Wildcards sind erlaubt).
vm [Name der Quelldiskette:][,Name der Zieldiskette:] (volume move)
Kopiert eine Diskette mit nur einem Diskettenlaufwerk. Dazu wird das Betriebssystem
aus dem Speicher entfernt, um mit weniger Diskettenwechseln auszukommen. Nach dem
Kopieren muss daher ein Warmstart gemacht werden.
vn [%s]Name der Diskette:[,neuer Name] (volume new)
Löscht das Inhaltsverzeichnis der angegebenen Diskette. Entspricht einem "QUick Format".
vq [Laufwerk:][Dateiname] (volume quick)
Schnelles Listing des Inhaltsverzeichnisses eines Speichermediums.
vr Name der Diskette:[,neuer Name] (volume rename)
Ändert den Namen einer Diskette.
|
|
 |
 |
| |
 |
 |
Prozessor:
Z8001, 4 MHz
Speicher:
160 KB RAM
Betriebssystem:
PCOS 2.0
Anzeige:
Text: 80x25 monochrom Grafik: 512x256 monochrom
Tonwiedergabe:
Pieper
Hergestellt:
1981 -
Neupreis: DM 10000
Exponat:
Baujahr 1982 OK erhalten von Peter Collenbusch (DM 50)
|
|
 |
 |
|