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Difference Engine
Curta
Anfang des 19. Jahrhunderts wurden nautische Berechnungen überwiegend auf Basis umfangreicher Tabellenwerke mit astronomischen Daten durchgeführt. Diese Tabellen wurden von Hand, d.h. von Hilfskräften mit Rechenschiebern - "Computer" genannt - berechnet und waren entsprechend fehlerbehaftet. Da derartige Fehler leicht zu Fehlern in der Navigation und damit schlimmstenfalls zu Havarien führen konnte, sprach man von der Tabellenkrise.

Der Mathematiker Charles Babbage (1791 - 1871) wollte dem Abhilfe schaffen, indem er die maßgeblichen Rechenschritte von einer Maschine erledigen ließ. Diese sollte auch gleich die fertigen Tabellen zu Papier bringen und eine Druckplatte dafür herstellen. Babbage baute also eine Prinzipstudie und erhielt nach der Präsentation 1823 den Auftrag der britischen Regierung, das Gerät, die "Difference Engine" zu bauen.

In den folgenden zwanzig Jahren wurden etliche Teilstücke der Maschine gebaut. Babbage führte diese auch gerne der interessierten Öffentlichkeit vor. Er war jedoch berüchtigt dafür, seine eigenen Pläne immer wieder umzuwerfen, so dass Teile seiner Maschine mehrfach gebaut werden mussten. Zudem erforderten einige seiner Pläne eine höher Maßhaltigkeit, als die Mechaniker damals gewährleisten konnten. Um 1832 verlor die Regierung die Nerven und suspendierte das Projekt zunächst. Nach einer quälenden Wartezeit von 10 Jahren wurde das Projekt gänzlich aufgegeben. Babbage musste seine Arbeit einstellen. Zwischen 1847 und 1849 entwarf er eine verbesserte Ausführung, die "Difference Engine No 2", die er allerdings gar nicht zu bauen versuchte.

In jüngster Zeit wurde ein Nachbau der Maschine nach Originalplänen am Londoner Science Museum fertiggestellt, der inklusive Drucker auch tadellos funktioniert. Babbage war also an seiner eigenen Unstetigkeit, an den mechanischen Möglichkeiten seiner Zeit und der Ungeduld seiner Auftraggeber gescheitert.

Etwa um 1832 kam Babbage die Idee einer Rechenmaschine, die nicht nur vorgefertigte Gleichungen durchrechnen können sollte, sondern in Teilen frei programmiert werden sollte. Das Gerät sollte folglich "Analytical Engine" heißen. Um 1856 versuchte er auch, diese Vision in mehreren Anläufen umzusetzen. Bis zu seinem Tod sollte es ihm jedoch nicht gelingen, ein fehlerfrei arbeitendes Exemplar zu bauen. Auch sein Sohn, der die Arbeit fortsetzte, kam zu keinem Ergebnis.

Babbage hatte mit Lady Ada Lovelace eine Mitstreiterin, die sich mit den theoretischen Hintergründen und Rechenverfahren der Analytical Engine befasste. Sie wird daher häufig als erste Programmiererin überhaupt bezeichnet.

Teil der Difference Engine No. 1