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Der PC der Zukunft
In der Aprilausgabe des Jahres 1987 feierte die Zeitschrift "Chip" den zehnten Geburtstag des Personalcomputers. Als erster PC galt hier der Commodore PET. In einem Artikel versuchte Professor Klaus Brunnstein von der Universität Hamburg einen Blick auf den PC des Jahres 1997 zu werfen.

Hier einige seiner Thesen:
  • Firmenpräsentationen werden auf wandfüllenden Flachbildschirmen angezeigt.
  • Texte werden anstelle der Tastatur per Mikrofon in normaler Sprache eingegeben.
  • Firmeninterne Kommunikation läuft per elektronischer Postkästen.
  • Auflösungen von 4096 x 4096 Pixel auf Flachbildschirmen
  • Tastaturen werden über Glasfaserkabel oder alternativ per Funk oder Ultraschall angebunden.
  • PCs sind grundsätzlich Multiprozessorsysteme mit einer Vielzahl von 16- oder 32-Bit-Prozessoren
  • Der Arbeitsspeicher liegt im Schnitt bei 64 bis 128 MB.
  • Betriebssysteme sind Bestandteil der Hardware. Sie liegen in einem "XOM", einem Nur-Ausführ-Speicher. Dies dient dem Schutz vor Raubkopiererei und vor Viren.
  • Programmiersprachen der sechsten Generation sind verbreitet, z.B. "IA" (interaktives ADA).
  • Andere Sprachen liegen fertig integriert als Mikrochips vor: Pascal, Lisp, Prolog
  • Informationsangebote, Lexika und Schulbibliotheken liegen komplett auf CD-ROM vor.


Einige Themen tauchen überhaupt nicht auf:
  • Das Internet
  • Tintenstrahldrucker
  • Die Konzentration der PC-Hardware auf nur noch zwei Systeme
  • Die Marktbeherrschung durch Microsoft
  • Grafische Oberflächen (Windows)


Zusammenfassend kann man die Prognose in vielen Punkten als erstaunlich treffsicher würdigen. Ausgehend vom Wissen des Jahres 1987 hätte sie kaum besser ausfallen können. Allerdings liegen die Treffer hauptsächlich in jenen Bereichen, in denen man eine bestehende Entwicklung extrapoileren konnte. Dagegen gab es das Internet 1987 durchaus schon und als Hochschulmitarbeiter dürfte Professor Brunnstein bereits damit in Kontakt gekommen sein. Als weltweites Kommunikationsnetz für jedermann hatte er es jedoch nicht vorhergesehen. Ebenso hat er das Entwicklungspotenzial von Tintenstrahlern völlig unter- und das von Multiprozessorsystemen weit überschätzt.