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Für den Transport von E-Mails durch das Internet haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Verfahren entwickelt, insbesondere aus der Notwendigkeit heraus, dass ursprünglich viele Hosts nicht permanent miteinander verbunden waren, sondern nur in bestimmten Intervallen über Wählverbindungen korrespondieren konnten. Für solche Anwendungen entstand z.B. UUCP (Unix to Unix Copy). Mittlerweile geht man für den Kern des Inernets von permanenten Verbindungen aus und hier hat sich SMTP (Simple Mail Transfer Protocol) weithin durchgesetzt. SMTP ist wirklich sehr einfach, was die Kommunikation der Endgeräte untereinander angeht. Im Hintergrund steht jedoch - zumindest auf Unix-Servern - meist das Programm "sendmail" als Server-Prozess. Dabei dürfte es sich um das am schwierigsten zu konfigurierende Stück Software handeln, das man auf einem Unix-Server antreffen kann. Eine einigermaßen erschöpfende Anleitung dazu umfasst ca. 700 Seiten!

Ein E-Mail-Client auf einem PC benötigt zum Versand einer E-Mail einen SMTP-Server, d.h. die IP-Adresse eines Servers, auf dem beispielsweise Sendmail läuft. Dorthin wird die Mail übertragen. Je nach Konfiguration wird die Mail nun entweder an einen weiteren fest hinterlegten SMTP-Server übertragen oder Sendmail versucht eine direkte Zustellung. Dazu wird aus der Empfängeradresse der E-Mail der Domainname extrahiert, z.B. "t-online.de". Nun wird eine DNS-Anfrage gemacht, aber nicht nach einem bestimmten Host, sondern nach dem sogenannten "MX-Record" der Domain. Diesen gibt es bei jeder Domain, in der Mailadressen hinterlegt sind und er enthält die IP-Adresse eines SMTP-Servers, der für die an diese Domain gesendeten Mails zuständig ist. Dieser erhält nun - um beim Beispiel zu bleiben - per SMTP die Mail übermittelt. Möglicherweise reicht er sie dann nochmals weiter, z.B. an einen Server, der eine Subdomain verwaltet. Irgendwann wird sie aber einen Server erreicht haben, der für die Empfängeradresse ein sogenanntes Postfach unterhält. Dort wird die Mail als Datei abgelegt, bzw. wenn bereits Mails in dem Postfach liegen, an die vorhandene Datei angehängt.

Nun muss die Mail noch auf den Client des Mailempfängers transportiert werden. Dazu dient meist das POP3 (Post Office Protocol, Version 3). Der Server, der die Postfächer unterhält, betreibt dazu einen POP3-Serverprozess, der über Port 110 Verbindungen entgegennimmt und darüber die Mails eines bestimmten Postfachs nach Anmeldung mit Postfachname und Passwort zur Verfügung stellt. POP3 ist sehr rudimentär - man muss alle empfangenen Mails komplett herunterladen und kann sie erst dann lesen. Für eine wesentlich komfortablere Verwaltung wurde IMAP entwickelt. Hierbei können die Mails vollständig auf dem Server bleiben, der Client lädt sich jeweils nur die Informationen herunter, die er für die aktuelle Anzeige benötigt. Der größte Vorteil dabei ist, dass das Postfach von verschiedenen Clients abgefragt werden kann (z.B. vom Arbeitsplatz und vom privaten PC aus) und jedesmal gleich aussieht. Bei POP3 ist eine Mail, die von einem Client abgeholt wurde im gleichen Moment vom Server verschwunden. Ein anderer Client kommt nicht mehr an sie heran.