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Netzwerkmanagement
Am 27. Oktober 1980 ereignete sich in dem damals noch wenige tausend Hosts
großen Vorläufer des Internets (ARPANET) ein Zwischenfall. Die damals verwendeten
Router (IMPs genannt) tauschten im Normalbetrieb Routinginformationen mit
Hilfe eines speziellen Protokolls aus. Ein defekter Router hatte nun drei
fehlerhafte Pakete mit solchen Routinginformationen erzeugt, die durch eine
Schwäche der Protokollimplementierung im Netz vervielfältigt wurden. Nach
kurzer Zeit waren sämtliche IMPs nur noch mit der Verarbeitung und Übertragung
von Duplikaten dieser drei Pakete beschäftigt. Da der dafür auf den IMPs
laufende Prozess sehr hohe Priorität hatte, stellten die Geräte die Übermittlung
normaler Datenpakete vollständig ein. Das junge Internet erlebte den ersten
(und meines Wissens auch letzten) Totalausfall seiner Geschichte. Die
Netzbetreuer brauchten etwa sechs Stunden, bis der letzte der Amok laufenden
IMPs über einen Softwarepatch wieder unter Kontrolle gebracht war.
Damals gestaltete sich die Fehlersuche ausgesprochen schwierig, weil die Geräte
noch keinerlei Managementfunktionen enthielten, die den Betreuern Hinweise zur
Fehlersuche hätten geben können. Somit führte der Ausfall nicht nur zur
Entwicklung eines stabileren Routingprotokolls, sondern auch zum Nachdenken
über Methoden, Netzwerkkomponenten über eine einheitliche Schnittstelle aus
der Ferne ansprechen zu können, um wesentliche Netzwerkparameter abzufragen
und gegebenenfalls zu ändern. Es sollte aber noch 13 Jahre dauern, bis ein
Standard dafür gefunden war, der sich weithin durchsetzen konnte: SNMP (Simple
Network Management Protocol).
Heute wird Network Management nicht mehr nur auf die Fehlersuche in Netzen
reduziert. Es gibt zahlreiche Aufgaben, die von der OSI folgendermaßen geordnet
und beschrieben wurden:
Performance Management:
Durch Performance Management wird die Auslastung und Leistungsfähigkeit von
Netzwerkkomponenten und Verbindungen gemessen, protokolliert, ausgewertet und
dargestellt. Die Ergebnisse können vom Administrator dazu genutzt werden,
Engstellen im Netz zu finden und sie entweder softwaremäßig (z.B. geändertes
Routing), organisatorisch (zeitliche Entzerrung von Routineaufgaben, die das
Netz stark belasten) oder durch neue Hardware (Switches, Leitungen höherer
Bandbreite) zu beheben.
Wichtig ist dies insbesondere im Hinblick auf garantierte Leistungsmerkmale (SLA,
Service Level Agreement) eines Service Providers. Ohne Performance Management
wäre kaum herauszufinden, ob das Netz die garantierte Leistung problemlos
erbringt oder an seiner Leistungsgrenze ist.
Fault Management:
Die Erkennung von Fehlerzuständen im Netz und die Unterstützung bei der Behebung
wird als Fault Management bezeichnet. Dabei kann es sich um defekte Hardware,
unterbrochene Leitungen aber auch um die fehlerhafte Konfiguration einzelner
Geräte handeln.
Configuration Management:
Über Configuration Management können die Netzwerkeinstellungen, Routingtabellen
oder ARP-Caches von managebaren Netzwerkgeräten abgefragt und gesetzt werden.
Accounting Management:
Die Nutzung von Netzwerkressourcen durch einzelne Benutzer kann mittels
Accounting Management ermittelt, protokolliert, ausgewertet, dargestellt und
gesteuert werden. Beispiele sind z.B. die Limitierung von Zugriffen auf eine
bestimmte Ressource auf ein maximales Volumen in einem bestimmten Zeitraum oder
die volumenbasierte Abrechnung von Netzdiensten.
Security Management:
Meist wird Security Management losgelöst vom Network Management betrachtet.
Letzlich gehört es mit der Verwaltung von Zugriffsrechten und der Absicherung
gegen Angriffe von außen durch Firewalls auch mit dazu.
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