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Netzwerkmanagement-Plattformen
Die für die Betreuung eines Netzwerks zuständige Abteilung wird als "NOC"
(Network Operations Center) bezeichnet. Dort wird eine "Network Management
Station" betrieben. Das ist ein Rechner, auf dem eine Software wie z.B. HP
Openview, Sun Netmanager oder Tivoli TME 10 installiert ist. Diese Programme
werden als Netzwerkmanagement-Plattformen bezeichnet, da sie eine
Grundfunktionalität bereitstellen, auf der weitere Komponenten aufsetzen können.
Der Kern jeder Netzwerkmanagement-Plattform ist die grafische Darstellung des
überwachten Netzes. Dazu muss dem Programm die Struktur des Netzes eingegeben
werden oder es muss diese versuchen, selbst herauszufinden. Letzteres wird als
"Discovery"-Funktion bezeichnet. Falls das zu überwachende Netz nicht nach
außen hin abgeschlossen ist, sollte diese aber nur unter Aufsicht ablaufen, da
die Software ansonsten zunächst z.B. das Netzwerk des Providers untersuchen
und sich dann an die Kartografierung des Internets machen wird.
Sobald das zu überwachende Netz bekannt ist, wird die Network Management Station
alle enthaltenen Geräte weiterhin zyklisch abfragen, um deren Status zu ermitteln
und anzuzeigen. Dabei kann der Administrator den einzelnen Geräten Wichtigkeiten
zuweisen und definieren, was im Falle eines Ausfalls oder einer unerwarteten
Konfigurationsänderung passieren soll. So darf ein Arbeitsplatzrechner durchaus
ausgeschaltet sein, ein wichtiger Router oder Server hingegen nicht.
Einzelne Geräte können ausgewählt und deren Netzwerkparameter eingesehen werden.
Für manche Geräte wie Router oder managebare Switches gibt es Softwaremodule,
die in die Netzwerkmanagement-Plattform eingebunden werden und eine komfortable
Steuerung, Abfrage und Konfigurierung aller Funktionen der Geräte ermöglichen.
Weitere Komponenten können sogenannte Agenten sein, die einen Abgleich der
Netzwerkparameter mehrerer Stationen im Netzwerk untereinander durchführen.
Ein Agent könnte beispielsweise sämtliche Routingtabellen analysieren und dabei
Routingschleifen, Fälle von ungeschicktem Routing oder falsch gesetzte
Subnetzmasken erkennen. Eine weitere Möglichkeit ist die automatische
Auswertung von Paketfehlerzählern in den einzelnen Stationen, um dort
angeknackste Komponenten oder ein gequetschtes oder zu langes Kabel
aufzuspüren, bevor das Gerät tatsächlich ausfällt.
Im Hinblick auf Performance Management können Agenten die Auslastung von
Ethernet-Segmenten und die Kollisionshäufigkeit ermitteln und im zeitlichen
Verlauf als Diagramm darstellen. Bei Erreichen vorher definierter Schwellwerte
kann ein Alarm ausgelöst werden. Meist können auch komplexere Abfragen selbst
erstellt werden, z.B. für Accountingaufgaben.
Zur Unterstützung der Netzwerkmanagement-Plattform können im zu überwachenden
Netzwerk spezielle Geräte eingesetzt werden, die in ihrem Netzsegment
Informationen sammeln und bereitstellen. Solche Geräte werden "Netprobe"
genannt. Meist können aber auch moderne Switches diese Aufgaben wahrnehmen.
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