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Laufwerke freigeben
Das erste weithin verbreitete Netzwerkbetriebssystem, bei dem unter DOS oder
Windows arbeitende PCs auf gemeinsame Festplattenbereiche und Drucker zugreifen
konnten war Novell Netware. Es verwendet ein eigenes Transportprotokoll
(IPX/SPX), das keine hierarchische Adressstruktur kennt und damit nicht
geroutet werden kann. Durch das Fehlen von Adresseinstellungen sind
Netware-Clients sehr leicht zu installieren. Eine kleine Softwarekomponente,
die beim Rechnerstart geladen wird, genügt. Diese fragt noch auf DOS-Ebene
Benutzername und Passwort ab und sorgt dann dafür, dass die serverseitig für
diesen Benutzer vorgesehenen Ressourcen richtig angebunden werden.
Microsoft musste, um damit konkurrieren zu können, ein ähnlich einfaches System
in Windows integrieren. Es kam erstmals in "Windows for Workgroups 3.11" zum
Einsatz. Es hatte ebenfalls ein eigenes Transportprotokoll (NetBEUI) dabei,
das ohne Adresseinstellungen auskommt und nicht geroutet werden kann. Darauf
setzen im Wesentlichen zwei Dienste auf: Ein Nameservice (nmb-Protokoll) und
die eigentliche Datenübertragung (smb-Protokoll, Server Message Blocks). Das
Ganze wird "Windows Network" genannt. Es kann ein einfaches Peer-to-Peer-Netz
aufgebaut werden, das nur aus Windows-Clients besteht, die ihre eigenen
Ressourcen für andere freigeben. Für eine zentrale Administration und eine
brauchbare Verwaltung der Zugriffsrechte ist jedoch ein Windows NT Server
notwendig. Dort müssen sich die Clients beim Start von Windows authentifizieren.
Daraufhin kann auf dem Server ein Skript ausgeführt werden, das den Client mit
den für ihn vorgesehenen Festplattenpartitionen versieht. Die Zugriffsrechte
können dabei sehr detailliert bis auf Dateiebene festgelegt werden. Mit einer
Anmeldung kann durch das Domain-Konzept von Windows NT bzw. das Active
Directory von Windows 2000 auf die Ressourcen verschiedener Server zugegriffen
werden. Seit Windows 95 kann das Windows Netzwerk als Transportprotokoll auch
TCP/IP nutzen, seit Windows NT 4.0 ist es sogar so voreingestellt.
Unix kannte ursprünglich keine Freigabe von Laufwerken. Will man die Ressourcen
eines anderen Rechners nutzen, kann man sich mit Telnet einfach aufschalten und
dort arbeiten. Datenübertragung von einem System zum anderen ist mit FTP möglich,
über die Einrichtung von Vertrauensbeziehungen zwischen Benutzeraccounts
verschiedener Rechner können auch direkte Kopierbefehle über Rechnergrenzen
durchgeführt werden (rcp, remote copy) oder auf einem anderen Rechner Programme
gestartet werden (remsh, remote shell). Es war wiederum die Firma SUN, die
einen einfach konfigurierbaren Dienst zur Freigabe und Anbindung von
Festplattenbereichen einführte. Unter dem Namen "NFS" (Network File System)
ist dieser Dienst mittlerweile für jedes Unix-Derivat verfügbar. Allerdings hat
es sich nur im Unix-Umfeld durchgesetzt, eine Anbindung von Windows-Clients
an NFS ist nicht möglich. Hier schuf eine Entwicklung aus dem Linux-Umfeld
Abhilfe: Das Programm "Samba" implementiert das SMB- und NMB-Protokoll des
Windows-Netzwerks, allerdings nur auf Basis von TCP/IP. Die Einrichtung ist
sehr einfach zu bewerkstelligen und für nicht zu hohe Anforderungen an die
Benutzerverwaltung und die Einstellbarkeit der Zugriffsrechte auf einzelne
Dateien und Verzeichnisse kann ein Linux-PC mit Samba durchaus einen Windows
NT-Server ersetzen.
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