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Windows war anfangs als schlichte Oberfläche für MS-DOS gedacht. Das primäre Ziel von Microsoft war die Schaffung von Standards zum Ansprechen von Peripheriegeräten. Zuvor war jede Software für sich mit Treibern für Grafikkarten und Drucker ausgestattet gewesen. Windows schuf nun erstmals eine einheitliche Schnittstelle dafür. Die API (application programming interface, Programmierschnittstelle) für Fenster, Buttons und Standarddialoge war nur eine - allerdings die offensichtlichste - Komponente. Microsoft war damit aber bei weitem nicht einzigartig auf dem Markt. Apple hatte es mit dem Macintosh vorgemacht und für den PC gab es mit dem Erscheinen von Windows bereits eine bessere Alternative namens "GEM". Später kam noch GEOS, verpackt in einem Officepaket namens "Geoworks Ensemble" hinzu. Alle, einschließlich Windows blieben verdientermaßen erfolglos. Erst Windows 3.0 war 1992 ausgereift genug, um den Durchbruch zu schaffen. Es blieb jedoch weiterhin ein reiner Desktop für einen Einzelplatzrechner.

Bei Unix war man damals mit der Entwicklung schon wesentlich weiter. Das "X Window System" ist eine grafische Oberfläche, die für die verteilte Anwendung konzipiert ist. Hier können über das Netzwerk sogenannte X-Terminals angebunden werden, bei denen die Oberfläche lokal angezeigt wird, das Programm selbst aber auf dem Server ausgeführt wird. Für Windows-PCs gibt es sogenannte "X-Server" als Software zu kaufen. Damit simuliert der PC ein X-Terminal. Eine Unix-Workstation betreibt ebenfalls einen X-Server, der sowohl von den lokalen Anwendungen genutzt wird, als auch für serverseitig ausgeführte Anwendungen zur Verfügung steht. Leider stand X im Ruf, sehr ressourcenhungrig zu sein und viel Netzwerkbandbreite zu konsumieren. Beides ist angesichts der Performance heutiger PCs und Netzwerke nicht mehr relevant. Trotzdem wird sich X voraussichtlich nicht mehr auf breiter Front durchsetzen, auch wenn es unter Linux mit KDE sehr schöne Ansätze für eine gelungene X-Oberfläche gibt. Hier zeigt sich aber (ausnahmsweise) Windows als die ausgereiftere und stabilere Plattform.

Mit Windows 2000 hat Microsoft die "Windows Terminal Services" eingeführt, die ebenfalls die clientseitige Anzeige und Bedienung von Anwendungen ermöglicht, die auf dem Server ablaufen. Ein weiterer Trend ist die Nutzung des WWW-Browsers als grafische Oberfläche für Serveranwendungen. Durch die Kombination von CSS (Cascaded Style Sheets, zentrale Gestaltungsvorgaben für bestimmte HTML-Elemente) und JavaScript (clientseitig ausgeführte Skriptsprache) entsteht sogenanntes DHTML (Dynamic HTML). Mit dessen Hilfe wird die Programmierung von Webseiten möglich, die sich annähernd wie Anwendungsprogramme verhalten. Leider ist dieser Ansatz noch nicht standardisiert und daher bei Internet Explorer und Netscape Navigator sehr unterschiedlich gelöst, wobei hier Microsoft die bessere Lösung erarbeitet hat.