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Datenbanken
Datenbanken bilden heute den Kern fast jeder Geschäftsanwendung. Bei kleinen
Anwendungen, wo sich Datenbestand und Programm auf einem Rechner befinden dürfte
Microsoft mit Access unangefochtener Marktführer sein, auch wenn es unzählige
weitere Produkte für dieses Marktsegment gibt.
Interessanter wird die Angelegenheit bei großen Anwendungen, bei denen die
Datenhaltung zentral erfolgt, z.B. Warenwirtschafts- oder Buchhaltungssysteme.
Hier gibt es verschiedene Ansätze. Ursprünglich wurde der gesamte Programmcode
solcher Anwendungen ebenfalls zentral auf dem Server ausgeführt, sprich die
Nutzer mussten sich über Terminals auf dem Server aufschalten und die Software
dort direkt ausführen. Damit waren die Anwendungen auf reine Textdarstellung
beschränkt. Später war auch eine grafische Oberfläche mit dem X Window System
möglich.
Eine wesentlich größere Verbreitung fand aber der Client-Server-Ansatz. Hier
liegen die Daten zentral auf einem Rechner, auf dem auch ein sogenannter
Datenbankserver installiert ist. Dieser ermöglicht den Zugriff auf die Daten
über das Netzwerk. Die eigentliche Anwendung läuft auf jedem angeschlossenen
PC. Hierfür gibt es von jedem Datenbankhersteller eine proprietäre Lösung,
die zwar eine optimale Anpassung an die verwendeten Techniken bietet, den
Kunden aber auf alle Zeit an einen bestimmten Hersteller bindet. Dieses
Problem wurde durch eine herstellerunabhängige Sprache für Datenbankabfragen
angegangen: SQL. In diesem Zuge wurde mit ODBC auch gleich der Netzwerkzugriff
auf die Datenbank standardisiert. Damit ist eine Software auf dem Client nun
völlig unabhängig von der zugrundeliegenden Datenbank und dem Betriebssystem
des Servers.
Momentan findet wieder die umgekehrte Entwicklung statt: Zentrale Anwendungen
werden über das Netz verfügbar gemacht. Der Zugriff darauf erfolgt mit einem
WWW-Browser als Client, eventuell in Verbindung mit Java-Applets, die ebenfalls
zur Laufzeit über das Netz geladen werden. Der Anbieter solcher Dienste nennt
sich dann "Application Service Provider" oder kurz ASP. Bei weiter steigenden
Bandbreiten der öffentlichen Netze und sinkenden Kosten kann sich dieses Konzept
zu einem interessanten zukünftigen Geschäftsmodell entwickeln, bei dem Software
nicht mehr gekauft, sondern zusammen mit der benötigten Rechenleistung vermietet
wird. Das bringt dem Anbieter deutliche Vorteile im Bezug auf die Wartung seiner
Produkte. Die Frage ist nur, ob sich die Kunden mit diesem Modell anfreunden
können. Immerhin bedeutet es die Aufgabe einer gewissen Unabhängigkeit. Was
passiert, wenn ein ASP die Geschäftstätigkeit einstellt? Sind die Daten auf
einem fremden Rechner wirklich sicher?
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