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Internetdienste

Zu Unix braucht im Hinblick auf Internetdienste wie WWW, FTP, Proxy Server oder Firewall nicht viel gesagt werden: Die meisten dieser Dienste wurden ursprünglich unter Unix erstmals implementiert und haben daher auf keiner anderen Plattform eine größeren Reife erlangt. Unix gilt als herausragend in Sachen Stabilität und Sicherheit. Mögliche Sicherheitslücken werden sehr schnell bekannt gemacht und ebenso schnell geschlossen. Im World Wide Web gilt der frei verfügbare Webserver "Apache" als das Maß aller Dinge. Den gibt es mittlerweile allerdings auch für Windows.

Microsoft hatte die Entwicklung des Internet lange Zeit verschlafen und versuchte später dann immer wieder, die Internetstandards durch microsoft-spezifische Erweiterungen zu verwässern, was glücklicherweise regelmäßig misslang. Inzwischen hat Microsoft eine etwas konstruktivere Haltung angenommen. Mit Windows 2000 ist nun auch ein Betriebssystem auf dem Markt, das als Internetserver ähnlich stabil arbeitet wie Unix. Möglicherweise wird Microsoft damit auch die Verbreitung des hauseigenen IIS (Internet Information Server) als Webserver steigern können.

Funktionale Komponenten eines Netzwerks wie Proxy Server und Firewalls laufen nach wie vor vorzugsweise unter Unix. Oftmals werden sie als eine Art "Black Box" von den Herstellern geliefert, bei der der Anwender gar keinen Kontakt zum Betriebssystem hat. Dies ist gegenwärtig mit Unix noch leichter zu realisieren als mit Windows. Zudem gibt es von Unix und insbesondere von Linux Versionen, die mit sehr geringen Hardwareressourcen auskommen und beispielsweise komplett in einen ROM-Chip passen. Somit kann die Startzeit des Betriebssystems stark verkürzt werden und das Gerät kommt möglicherweise ohne Festplatte aus.

Ein weiterer Punkt, warum Unix so beliebt für Netzwerkdienste ist, ist die ungeheuer flexible Steuerung durch einfache Shell- oder Perl-Skripte (Perl = Practical Extraction and Report Language, objektorientierte Skriptsprache, syntaktisch an C angelehnt). Nahezu jede Anwendung im Netz lässt sich aus Versatzstücken bestehender Dienste mit etwas Know-How selbst zusammenbauen. Selbst komplette Netzwerkdienste lassen sich mit ein paar Zeilen Code selbst stricken und mit einem TCP-Port verknüpfen.