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Firewalls - Varianten
NAT (Network Address Translation):
Eine sehr simple Möglichkeit, ein lokales Netz zu schützen, stellt die
Adressumsetzung dar. Sie verbirgt die Adressen des lokalen Netzes vor den
Hosts außerhalb. Daraus ergibt sich zudem der Vorteil, dass im internen Netz
keine offiziellen IP-Adressen benötigt werden. Ausschließlich der Rechner, der
die Adressumsetzung durchführt benötigt eine "echte" IP-Adresse.
Die Umsetzung läuft so ab, dass bei einem von innen kommenden TCP- oder
UDP-Paket Quelladresse und Quellport in einer Tabelle eingetragen werden.
Außerdem bestimmt die Firewall einen freien eigenen Port und trägt auch
diesen ein. Nun wird das Datenpaket verschickt, wobei Quelladresse und -port
durch die des Firewalls ersetzt werden. Das Datenpaket wird vom Zielrechner
beantwortet und kommt logischerweise an die Adresse des Firewalls zurück.
Dieser kann anhand des Ports in seiner Tabelle den eigentlichen Empfänger
des Pakets ermitteln und es ihm zustellen. Der Host im internen Netz merkt
von der zweimaligen Umsetzung nichts. Der Zielrechner ist jedoch der irrigen
Annahme, er hätte mit der Firewall kommuniziert.
Diese schlichte Variante macht allerdings bei manchen Protokollen Probleme, die
wie FTP z.B. eine zusätzliche Verbindung in Gegenrichtung aufbauen. Manche
Implementierungen von NAT enthalten spezielle "Applikationsmodule", die solche
Probleme lösen. Bei FTP wird beispielsweise der Datenaustausch auf der
Kommandoverbindung überwacht und sobald eine Datenverbindung aufgebaut werden
soll, ein geeigneter NAT-Tabelleneintrag auf der Firewall generiert.
NAT verhindert zwar zuverlässig Zugriffe von außen auf das lokale Netz, gilt
aber für sich gesehen maximal als Komponente einer Firewall, die durch weitere
Vorkehrungen ergänzt werden muss.
Paketfilter:
Eine Möglichkeit, eine auf NAT basierende Firewall sicherer zu machen ist die
Paketfilterung. Namhafte Hersteller von Firewalls vertrauen fast ausschließlich
auf sorgfältig konfigurierte Paketfilter, so z.B. der Marktführer "Checkpoint".
Bei Paketfiltern handelt es sich um ein komplexes Regelwerk für die
Entscheidung, welche Datenpakete die Firewall passieren lässt und welche
abgefangen werden. Die Entscheidung wird anhand der Paketheader auf TCP-/UDP-
und IP-Ebene getroffen, insbesondere kommen hier die Adressen und Portnummern
zum tragen.
Zwei grundlegende Strategien können bei der Definition von Filterregeln angewandt
werden: Die unbekümmertere erlaubt zunächst einmal alle Zugriffe und schließt
dann alles aus, was keinen Zugriff bekommen sollte. Besser ist es jedoch,
zunächst keine Zugriffe zuzulassen und anschließend nur das freizugeben, was
für den Netzbetrieb unbedingt notwendig ist.
Proxyserver:
Sie haben in den vorigen Kapiteln den Proxyserver bereits als Cache
kennengelernt, der Webseiten abspeichert und bei wiederholtem Aufruf direkt
präsentieren kann. Der Proxyserver kann jedoch noch mehr. Da nur er Anfragen
ins Netz schickt, muss auch nur er - genau wie bei NAT - über eine "echte"
IP-Adresse verfügen. Im Gegensatz zu NAT arbeitet er jedoch auf
Applikationsebene, die Tücken des FTP-Protokolls können ihn daher
beispielsweise nicht schrecken. Er arbeitet einfach gegenüber dem
anzusprechenden Server als vollwertiger FTP- oder HTTP-Client. Umgekehrt muss
der Client auf dem PC im Intranet in der Lage sein, seine Anfragen nicht selbst
durchzuführen sondern diese zur Bearbeitung an einen Proxyserver weiterzugeben.
Dessen Adresse muss in den Clients (vor allem dem WWW-Browser) eingetragen
werden.
Application Based Firewall:
Firewalls auf Applikationsebene verbinden die Vorteile aller bisher genannten
Varianten: Sie arbeiten auf Clientseite transparent, da sie nicht wie ein
Proxyserver darauf angewiesen sind, dass die zu verarbeitenden Pakete direkt
angeliefert werden. Es werden anstelle dessen alle Datenpakete, die die
Firewall passieren möchten, auf Applikationsebene untersucht. Dabei kann die
Firewall natürlich auch NAT durchführen. Für Protokolle, für die die Firewall
keine Prüfung auf Appikationsebene durchführen kann, besteht trotzdem die
Möglichkeit der einfachen Paketfilterung.
Der Nachteil ist die große Komplexität eines derartigen Systems - hier muss der
Betreuer sehr viel von seinem Handwerk verstehen, denn nichts ist schlechter
als eine komplexe Firewall, deren Betreuer bei all den Einstellmöglichkeiten
den Überblick verloren hat.
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