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Firewalls - Aufgaben
Während die verschiedenen Grundkonzepte von Firewalls vor allem die Sicherheit
gegen Angriffe von außen beeinflussen, gibt es noch einige weitere Aufgaben, die
eher die Mitarbeiter betreffen, die innerhalb der Firewall sitzen:
Freischaltung für Internetdienste:
Nicht jeder Mitarbeiter darf das Internet nutzen. Trotzdem benötigt er
möglicherweise einen Browser, beispielsweise für Intranetseiten oder
Intranet-Applikationen. In so einem Fall kann die Firewall entweder auf Ebene
der IP-Adressen bestimmte PCs vom Internet ausschließen oder für die Nutzung
des Internet eine Freischaltung verlangen. Die Firewall kann dafür entweder
eine eigene Tabelle mit Berechtigungen pflegen oder auf einen Verzeichnisdienst
als Datenbasis zurückgreifen.
Accounting:
Kein Gerät ist besser für die Protokollierung geeignet, als eines, das alle
Datenpakete passieren müssen. Deswegen enthalten die meisten Firewalls
umfangreiche Möglichkeiten zur Datenspeicherung und -auswertung. Dabei sind
der Sammelfreude der Administratoren allerdings datenschutzrechtliche Schranken
auferlegt. Eine Erfassung der Webadressen, die jeder Mitarbeiter ansteuert ist
technisch zwar kein Problem, aber auf alle Fälle untersagt. Daher wird
normalerweise nur das Volumen pro Mitarbeiter erfasst. Zudem können auch
E-Mails protokolliert werden.
Content Security:
Neben einer einfachen Sperrung oder Freigabe der Internetnutzung kann auch eine
wesentlich präzisere Steuerung realisiet werden. Per Content Security können
Webseiten inhaltsabhängig gesperrt oder freigegeben werden. Dabei kann jede
übertragene Webseite auf Schlüsselwörter geprüft werden, die auf unerwünschte
Inhalte schließen lassen. Präziser, aber weitaus pflegeaufweniger ist die Arbeit
mit Positivlisten (nur die aufgeführten Seiten oder Domänen sind erlaubt) oder
Negativlisten (alle aufgeführten Seiten oder Domänen sind gesperrt).
Virenschutz:
Eine große Gefahr für Netzwerke geht von Viren, Würmern oder Trojanischen
Pferden aus. Viren sind kleine Programmfragmente, die sich auf einem Computer
verstecken können, z.B. im Programmcode eines Anwendungsprogramms, im Bootsektor
der Festplatte oder schlicht als kleines Programm mit unauffälligem Namen in
einem Systemverzeichnis. Alle Viren werden bei der Infektion so eingebunden,
dass sie bei jedem Neustart des Rechners mit eingeladen werden. Außerdem suchen
sie Wege, weitere Rechner zu infizieren. Beispielsweise, indem sie ihren
Programmcode in möglichst viele ausführbare Programme einbauen, in der Hoffnung,
dass irgendwann mal eines auf einen anderen Rechner übertragen wird. Manche
Viren enthalten zudem eine Schadensroutine, die einzelne Dateien löscht oder
den Inhalt der ganzen Festplatte unbrauchbar macht.
In letzter Zeit wurde sehr viel über E-Mail-Viren geschrieben, wobei es sich in
fast allen Fällen genaugenommen um sogenannte Würmer handelte. Diese nisten sich
auf dem befallenen Rechner nicht ein, sondern versuchen sich sofort
weiterzuverbreiten und lösen anschließend sofort oder nach einer gewissen
Wartezeit die Schadensroutine aus. Bisher ist noch kein Virus bekannt, der
bereits durch das Betrachten einer E-Mail gestartet wird. Er steckt nämlich
im Anhang und ist darauf angewiesen, dass dieser vom Anwender geöffnet wird.
Der Erfolg jeder neuen Generation von E-Mail-Viren zeigt, dass viele Anwender
völlig resistent gegen die gewiss nicht seltenen Warnungen sind. Eine Form von
durch Anwenderdummheit übertragenen "Viren" sind sogenannte Internet-Hoaxes.
Oft handelt es sich dabei um Virenwarnungen, es gibt aber auch Varianten mit
einem Geldgeschenk von Microsoft, einem Handygeschenk von Ericsson oder einer
Herzoperation für einen kleinen Jungen. All diesen Mails ist gemein, dass sie
bei der Betrachtung mit einem Mindestmaß an gesundem Menschenverstand sofort
als mehr oder weniger schlechte Scherze zu erkennen sind und dass man sie "an
alle Bekannten, Verwandten und Arbeitskollegen" schnellstmöglich weiterleiten soll.
Nähere Infos dazu und eine Übersicht bekannter Hoaxes gibt's
hier.
Trojanische Pferde sind Programme, die der Anwender für einen bestimmten Zweck
installiert, die jedoch insgeheim noch weitere, unerwünschte Funktionen
enthalten. Das kann beispielsweise die Übertragung von Informationen über den
befallenen Rechner an einen Host im Internet sein oder die Installation eines
geheimen Zugangs, über den ein Hacker sich auf den Rechner aufschalten kann.
Ist einer der genannten Schädlinge einmal auf dem lokalen Rechner gelandet, kann
eine Firewall nichts mehr dagegen ausrichten. Allerdings kommen die meisten aus
dem Internet und hier kann die Firewall sehr wohl eingreifen:
Der gesamte E-Mail-Verkehr wird geprüft. Dazu werden Anhänge gelöst und auf
verdächtige Inhalte überprüft. Nur bei Unbedenklichkeit wird die Mail
weitergeleitet. Nebenbei können Anhänge generell auf bestimmte Datentypen oder
eine maximale Größe beschränkt werden.
Auch bei FTP- oder HTTP-Übertragungen kann eine Application Based Firewall alle
Dateien auf Viren überprüfen. Damit kann auch der Download von bekannten
Trojanern wirkungsvoll verhindert werden.
Spam Mails:
Eine sehr unangenehme Erscheinung, der jeder Eigentümer eines E-Mail-Accounts
früher oder später einmal ausgesetzt ist, sind unerwünschte Werbemails. Diese
sind jedoch meist an bestimmten Merkmalen leicht zu erkennen (Merke: Wer mehr
als drei Ausrufezeichen hintereinander verwendet, kann kein guter Mensch sein),
da zur Aufmerksamkeitssteigerung meist bereits das Subject eindeutig ist:
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Entsprechende Filter können also vergleichsweise leicht implementiert werden.
Das erspart vor allem den Mitarbeitern die Zeit, solche Mails auszusortieren.
Werbefilter:
Viele Anbieter im Internet finanzieren sich durch Werbeeinblendungen. Diese
bestehen meist aus Bilddateien in bestimmten Formaten, sogenannten Bannern.
Ein kleines Modul auf Anwendungsebene im Firewall kann alle Anfragen nach
solchen Bilddateien ausfiltern und dem Anwender so die Webseite werbefrei
präsentieren. der wesentliche Vorteil ist jedoch, dass die Dateien nicht
übertragen werden müssen, was bei vielen Seiten mehr als die Hälfte des
Übertragungsvolumens einspart. Es stellt sich allerdings die Frage, ob das
Ausfiltern der Werbung nicht mittelfristig dazu führt, dass viele Dienste
aufgeben müssen. Für Werbung, die keiner sieht, gibt niemand Geld aus - und
ohne Geld lassen sich keine aufwendigen Websites betreiben.
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