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links: Koaxialkabel mit entfernter Isolation. Unter der schwarzen äußeren Hülle
befindet sich ein Drahtgeflecht als "Außenleiter", darin ein Isolator und im
Zentrum der Innenleiter. Antennenkabel für den Fernseher sehen genauso aus, haben
aber einen anderen Leitungswiderstand.
rechts: BNC-Stecker. Es handelt sich um einen Stecker mit Bajonettveschluss. Nach
dem Aufstecken wird er durch eine 90-Grad-Drehung fixiert.
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Prinzipieller Aufbau eines Bussystems. Es gibt ein durchgehendes Adernpaar, an
dem alle Endgeräte über Stichleitungen angeschlossen sind.
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Ethernet über Koaxialkabel
Praktische Bedeutung im Büroumfeld hatte hier nur 10Base2, auch Cheapernet,
Thinwire oder "Koax-Verkabelung" genannt.
| Typ | Koaxialkabel "RG-58" |
| Leitungswiderstand | 50 Ohm |
| Maximale Länge | 185 m |
| Anschlüsse | BNC-Stecker |
| Topologie | Bus |
| Maximalzahl Endgeräte | 30 |
| Minimaler Abstand der Endgeräte zueinander | 50 cm |
Im industriellen Umfeld wird auch noch 10Base5 eingesetzt, weil es die Überbrückung
großer Distanzen (500m) ohne Zwischenverstärker ermöglicht,
Die Bustopologie erfordert eine durchgehende Leitung, an die die Endgeräte per
Abzweigung direkt angeschlossen werden. Eine „Stich-„ oder „Anschlussleitung“ gibt
es bei 10Base2 nicht. Technisch realisiert wird dies normalerweise durch einfache
Koaxialkabel mit BNC-Steckern an beiden Enden, die jeweils zwei T-Stücke
miteinander verbinden. Jedes T-Stück nimmt die Abzweigung zur Netzwerkkarte eines
Endgeräts vor. Das T-Stück hat dann noch ein offenes "Ärmchen", an dem ein Kabel zum
nächsten T-Stück angeschlossen werden kann.
Der Leitungswiderstand ist der Ersatzwiderstand einer Leitung bei
Impulsübertragung. Er ist unabhängig von der Leitungslänge. Allerdings reflektiert
das offene oder kurzgeschlossene Ende einer Leitung einen ankommenden Impuls.
Bei offener Leitung mit gleicher Amplitude und gleichem Vorzeichen, bei
kurzgeschlossener Leitung mit umgekehrtem Vorzeichen. Dies muss man verhindern,
indem man die beiden Pole der Leitung am Ende mit einem Abschlusswiderstand in
Höhe des Leitungswiderstandes verbindet. Ohne diese Massnahme wäre der Bus nicht
funktionsfähig. In der Computertechnik wird so ein Widerstand als "Terminator"
bezeichnet. Terminatoren gibt es nicht nur in der Netzwerktechnik sodern auch bei
anderen Bussystemen, z.B. bei SCSI oder dem So-Bus beim ISDN. Bei der
Koaxial-Vernetzung im Ethernet sind die Terminatoren als BNC-Stecker realisiert,
die direkt auf ein Ärmchen eines T-Stücks aufgesteckt werden können.
Dadurch sieht ein kompletter Bus folgendermaßen aus:
Für eine Verlegung in der Wand sind die Koaxialkabel nicht gut geeignet, weil an
jedem Endgerät zwei Kabel aus der Wand kommen und zum T-Stück geführt werden
müssen. Abhilfe dafür schafft ein System, das "EAD" genannt wird. Die Koaxialkabel
verbleiben dabei mitsamt T-Stück in der Wand. Dort sitzt eine Buchse, die einer
TAE-Dose zum Telefonanschluss stark ähnelt. Daran angeschlossen wird ein
Stichkabel, an dessen anderem Ende ein BNC-Stecker sitzt, der dann direkt am
Endgerät (d.h. ohne T-Stück und Terminator) angeschlossen wird. Leider sind
EAD-Verkabelungen sehr störanfällig und vor allen Dingen nicht normgerecht.
Ohne Leitungsanpassung darf an einem Bus keine Abzweigung gemacht werden, auch
wenn die T-Stücke so etwas mechanisch zulassen. Da ein einfaches Koaxialnetz
mit 185 m und 30 Endgeräten für viele Anwendungen nicht ausreicht, können
mehrere solcher Netze, Kabel-Segmente genannt, über Repeater zusammengeschaltet
werden. Ein Repeater ist ein Zwischenverstärker und Regenerator, der im
einfachsten Fall aus einem Stromanschluss und zwei BNC-Buchsen besteht. Repeater
mit mehreren Anschlüssen (Multiport-Repeater) ermöglichen eine sternförmige Anordnung
mehrerer Segmente und werden oft auch mit „Hub“ bezeichnet. Allerdings findet
sich der Begriff „Hub“ nicht in der Norm. International wird unter dem Begriff
„Hub“ auch einfach nur ein Verteiler angesprochen, so dass die Amerikaner
beispielsweise auch von Switching Hub oder Repeating Hub sprechen.
Die maximale Netzausdehnung beträgt 925 m, das entspricht der Gesamtlänge von
5 Kabelsegmenten maximaler Länge, die über vier Repeater hintereinandergehängt
wurden. Dies findet sich auch in einer Faustregel zum Design von 10-MBit/s-Netzwerken
wieder, der 5-4-3-Regel:
Es sind maximal 5 Segmente erlaubt, die über maximal 4 Repeater verbunden sind. Davon
dürfen nur drei Segmente Endgeräte enthalten, die beiden übrigen dürfen nur der
Verlängerung des Busses dienen.
Durch den zusammenhängenden Bus und die Notwendigkeit der Terminierung ist die
Koaxialverkabelung sehr störanfällig. Eine Trennung an einer Stelle, ein Kabelbruch
oder Kurzschluss oder sogar eine defekte Netzwerkkarte führen zum Ausfall des
gesamten Netzwerkes. Das gilt auch für andere Segmente, die über Repeater
angeschlossen sind. Repeater geben über Kollisionslampen zumindest Aufschluss
darüber, in welchem Segment der Fehler zu suchen ist und können über die optionale
Auto-Partitioning (Auftrennung des Busses) sogar schwellwertabhängig
kollisionsbehaftete Ports zeitweise abschalten.
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