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Abbildung
links: Twisted-Pair-Kabel mit entfernter Isolation. Deutlich zu sehen sind die vier Adernpaare. Jedes für sich ist verdrillt. Das gesamte Kabel ist mit einer beschichteten Folie geschirmt, die einzelnen Adernpaare nicht. Diese Variante nennt man S/UTP.
rechts: RJ-45-Stecker. Eine entsprechende Buchse findet sich heute an jeder Netzwerkkarte. Vorsicht: ISDN-Karten haben den gleichen Anschluss!

Ethernet über Twisted-Pair-Kabel

Mittlerweile wird Ethernet für den Endgeräteanschluss fast ausschließlich mit Twisted-Pair-Kabeln aufgebaut. Diese gibt es als UTP-Kabel (Unshielded Twisted Pair), die vier verseilte (d.h. miteinander verdrillte) Adernpaare ohne Schirmung enthalten und für gewöhnlich zum Anschluss von Endgeräten ausreichend sind. Hier in Deutschland verwendet man normalerweise mindestens S/UTP-Kabel (Screened / Unshielded Twisted Pair), bei denen die Adernpaare gemeinsam von einer Metallgeflecht-Schirmung umhüllt sind oder S/STP-Kabel, die zusätzlich jedes Adernpaar einzeln mit einer Folie als Schirmung versehen. Je besser die Schirmung ausfällt, desto steifer und dicker und damit schwerer zu verlegen ist das Kabel.

TypUTP-Kabel, Kategorie 5
Maximale Länge100 m
AnschlüsseRJ-45-Stecker
TopologieStern
Maximalzahl Endgeräte2

Die Beschränkung auf zwei Endgeräte führt dazu, dass jedes Endgerät direkt mit einem Multiport-Repeater oder heute überwiegend Switch verbunden ist. Repeater oder Switches können wiederum über sogenannte Uplink-Leitungen miteinander verbunden werden. Das gesamte Netzwerk erhält dadurch die Form eines Mehrfach-Sterns. Viele ältere Repeater haben zudem noch einen BNC-Anschluss und können so ein koaxial-verkabeltes Segment anbinden. Früher hat man auf diese Art oftmals das Kernnetz einer Firma, d.h. die Verbindung der Repeater untereinander, mit Koaxialkabeln realisiert und die Endgeräte über UTP-Kabel angeschlossen.


Twisted-Pair-Kabel gibt es in verschiedenen Kategorien. Kategorie 1 (Cat1) beschreibt Drähte für Telefone, Türsprechanlagen oder ISDN, gibt es heute aber praktisch nicht mehr. Kategorie 3 Kabel sind die Minimalanforderung an 10 MBit/s-Ethernet. Seit Mitt der 90er Jahre wird jedoch fast nur noch Kabel nach Kategorie 5 verlegt, das in seiner Extended Version bis 1000 MBit/s spezifiziert ist. Die Standard-Verkabelung heute ist ein Kategorie 6 System, das es seit 2002 in der internationalen Normung gibt. Nach welcher Kategorie ein Kabel spezifiziert ist, ist normalerweise auf der Isolation aufgedruckt.


Die gesamte Netzwerktechnik ist meist in Geräteschränken untergebracht. Diese enthalten Patchfelder. Das sind Steckleisten, die vorn mit RJ-45-Buchsen versehen sind. Jede dieser Buchsen ist 1:1 über die Hausverkabelung mit je einer RJ-45-Buchse in einer Wanddose irgendwo im Haus verbunden. Im Schrank sind dann auch die Hubs eingebaut. Um nun eine Wanddose zum Anschluss eines Endgeräts vorzubereiten, wird im Geräteschrank per Kabel eine Verbindung der zugehörigen Buchse des Patchfeldes mit dem Hub hergestellt. Die dafür verwendeten Kabel, beidseitig mit RJ-45-Steckern versehen, nennt man folglich Patchkabel. Sie sind ebenfalls 1:1 belegt. Das gilt auch für die Anschlusskabel, mit denen man dann das Endgerät mit der Wanddose verbindet. Es unterscheidet sich normalerweise nur durch die größere Länge.