
|
|
GSM - Netzkomponenten
Die Vermittlungsstellen:
Jede Vermittlungsstelle (SSS) ist für die Benutzerdaten eines Teils der
Mobilteilnehmer zuständig. Die Auswahl erfolgt über die beiden ersten Stellen
der Rufnummer. Die Daten sind in einer Datenbank abgelegt, die als "Heimdatei"
(Home Location Register, HLR) bezeichnet wird. Zudem wird dort eine Besucherdatei
(Visitor Location Register, VLR) vorgehalten, in der alle Mobilstationen
verzeichnet sind, die momentan an einer der angeschlossenen Basisstationen
angemeldet sind. Sobald ein Mobilgerät am Netz angemeldet ist, enthält sein
Eintrag in der HLR einen Verweis auf jenen in der VLR und damit auf seinen
Aufenthaltsort im Netz.
Eine dritte Datenbank (Equipment Identity Register, EIR) enthält Informationen
über gesperrte Mobilgeräte, die z.B. gestohlen gemeldet oder veraltet sind. Die
EIR wird in jeder SSS komplett vorgehalten.
Die Basisstationssteuerungen:
Die Basisstationssteuerungen (BSC) verwalten die eigentlichen Basisstationen.
Dabei können mehrere Basisstationen zu einer Location Area (LA) zusammengefasst
und dann als eine logische Funkzelle verwaltet werden. In welcher LA sich ein
Mobilgerät befindet, wird in der Besucherdatei der Vermittlungsstelle
eingetragen. Die BSC erhält von jeder Basisstation Rückmeldungen über die
Empfangsfeldstärke der aktiven Mobilgeräte und (per Laufzeitmessungen) über
deren Entfernung. Die gleichen Messungen führt auch jede Mobilstation durch
und zwar mit allen Basisstationen, die sie empfangen kann. Diese Informationen
gibt sie an ihre Basisstation durch, welche sie an die BSC durchreicht. Dort
werden die Messwerte bewertet und bei Erreichen bestimmter Schwellwerte ein
"Handover" eingeleitet, d.h. das Mobilgerät wechselt zu einer anderen
Basisstation. Zudem wird aus den Messungen bestimmt, welche Sendeleistung
Mobil- und Basisstation für eine einwandfreie Funkverbindung minimal benötigen.
Das spart Energie, was insbesondere bei der begrenzten Akkukapazität der
Mobilgeräte wichtig ist.
Die Basisstationen:
Die Basisstationen arbeiten mit fest zugewiesenen Frequenzen, die sich von denen
der Nachbarstationen unterscheiden. Dadurch wird das gesamte Netz in Zellen
aufgeteilt, in denen jeweils bestimmte Frequenzen gelten und die von anderen
Zellen umgeben sind, die ebenfalls eigene Frequenzen haben. Die Kunst bei der
Netzplanung besteht darin, dass sich die Empfangsbereiche gleicher Frequenzen
nie überlappen und gleichzeitig eine Frequenz (von denen es ja nur eine begrenzte
Anzahl gibt) möglichst schnell wiederverwendet werden kann. Die Basisstationen
selbst sind mittlerweile sehr kompakt und kommen mit normalen Umgebungsbedingungen
zurecht. Sie können damit z.B. auf dem Dachboden von Wohnhäusern platziert werden.
Außen ist dann nur die Antenne zu sehen.
Eine Funkzelle kann je nach Topographie und Bebauung eine Ausdehnung zwischen
500 m und 35 km haben. Bei der Planung eines Netzes werden daher umfangreiche
Messungen durchgeführt, damit mit möglichst wenigen Basisstationen eine
möglichst gute Netzabdeckung erreicht wird.
|
|