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GSM ist allgegenwärtig und UMTS beherrscht die Medien – da übersieht man sehr leicht, dass es vor allem für die professionelle Anwendung noch andere Mobilfunksysteme gibt. Die wichtigsten seien hier kurz angerissen:

Bündelfunk / TETRA:
Bündelfunk ist eine Erweiterung des anmeldepflichtigen Betriebsfunks und wird gegenwärtig hauptsächlich von Behörden genutzt. Während der Betriebsfunk hauptsächlich für Sprachkommunikation mit fester Kanalzuordnung (festen Trägerfrequenzen) genutzt wird, fasst der Bündelfunk für Zwecke der Datenübertragung mehrere Kanäle zusammen. Dies wird Bündel genannt. Das Bündel wird am Ende der Übertragung wieder aufgelöst. Der Bündelfunk kann als lokales System mit einer Basisstation betrieben werden, es sind aber auch zelluläre Netze auf dieser Basis möglich, mit einer Zellgröße von 10 – 25 km, in Ballungsräumen von 5 km.

TETRA steht für Terrestrial Trunked Radio und ist eine Erweiterung des Bündelfunks. TETRA nutzt die Frequenzbereiche 380 – 400 MHz und 410 – 430 MHz. Die Technik ähnelt ansonsten dem GSM-Netz, ist aber stark auf die Datenübertragung ausgerichtet. Die Übertragungsrate beträgt maximal 28,8 kBit/s. Momentan wird der Netzausbau in Deutschland nicht mehr vorangetrieben, nachdem der maßgebliche Betreiber wegen Insolvenz nicht mehr dazu in der Lage ist.

Satellitensysteme:
Es gibt zahlreiche Ansätze für die Datenkommunikation per Satellit. Das ehrzeizigste Projekt dieser Art, das Satelliten-Handynetz Iridium, ist im Jahr 2001 spektakulär gescheitert. Eher für die Datenkommunikation sind Systeme, die gegenwärtig bis 64 kBit/s bieten, in Zukunft sind aber Übertragungsraten bis zu 144 kBit/s oder gar 2 Mbit/s geplant.

In Deutschland ist "Inmarsat" das wohl gegenwärtig interessanteste System. Es handelt sich um eine staatliche Betriebsgesellschaft, die früher die Kommunikation mit Schiffen zur Aufgabe hatte, mittlerweile aber auch mobile Dienste für das Festland anbietet.

Das System besteht aus 9 geostationären Satelliten, die über weltweit verteilte Bodenstationen gesteuert werden. Die Verbindung in die Festnetze übernehmen 40 Land-Erdfunkstellen (LES), in Deutschland beispielsweise in Raisting bei Weilheim. Endanwender benötigen ein Terminal, das aus einer Antenne und der nötigen Elektronik besteht und etwa 4 kg wiegt.

Den Vertrieb von Inmarsat in Deutschland hat das Tochterunternehmen DeTeSat übernommen. Einer der möglichen Dienste ist Inmarsat ISDN, der eine mobile Anbindung ans stationäre ISDN ermöglicht und folglich mit 64 kBit/s arbeitet. Die Kosten sind allerdings äußerst hoch: Das Terminal kostet ca. 1500 – 4000 €, der Minutenpreis liegt bei ca. 2 €.