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Alexander Graham Bell, 1847 - 1922

Einige sehr frühe Telefone

Manuelle Vermittungsstelle, um 1900

Telefonie

Das erste Telefon wurde 1861 von dem deutschen Physiker Philip Reis gebaut und vorgeführt, allerdings funktionierte es noch nicht zufriedenstellend. Ein praktisch nutzbares Telefon erfand dann 1876 Alexander Graham Bell, der es auch patentierte - zwei Stunden vor Elisha Gray, der die gleiche Idee gehabt hatte. Zunächst war das Telefon nur zur Verbindung zweier fester Endgeräte miteinander gedacht. Mindestens eines davon benötigte eine Stromversorgung, die aufgrund ihrer Unterbringung im Endgerät "Ortsbatterie" (OB) genannt wurde. Man kann solche Telefone als Kinderspielzeug auch heute noch kaufen:


Mit dem Aufbau des ersten öffentlichen Fernsprechnetzes wurde bereits 1877 in Washington begonnen, in Deutschland stand die erste Vermittlungsstelle 1881 in Berlin. Die Stromversorgung wurde nun in die Vermittlungsstelle verlegt (Zentralbatterie, ZB), die Verbindungen wurden manuell über Steckfelder hergestellt. Beide Gesprächsteilnehmer waren also physikalisch verbunden. Die Anrufsignalisierung erfolgte über eine Glocke. Dazu musste der Anrufer eine Kurbel drehen, wodurch eine Wechselspannung induziert und zum Empfänger übertragen wurde.


Mit dem nächsten Schritt wurde im Jahre 1892 begonnen. Durch die rasch anwachsende Zahl von Telefonanschlüssen wurden immer mehr "Fernsprechgehilfinnen" benötigt. Man versuchte also die Vermittlungstätigkeit zu automatisieren. Die erste automatische Vermittungsstelle in Deutschland wurde 1908 in Schwabing installiert. Nach und nach wurden so alle manuellen Vermittlungsstellen abgelöst. Ab 1923 konnten die Teilnehmer selbst wählen, die letzten Ortsnetze wurden aber erst 1972 auf diesen Dienst umgestellt.

Die Vermittlungstechnik basierte in der Anfangszeit noch auf Elektromechanik, hauptsächlich sogenannten Drehhebelwählern. Diese werden bei der Anwahl von den Wählscheibenimpulsen gesteuert, die Verbindung dadurch noch während des Wählvorgangs sukzessive durchgeschaltet.

Seit 1982 setzt die Bundespost (heute Telekom) bei Neuinstallationen nur noch digitale Vermittlungsstellen ein. Hier werden die Wählsignale der angeschlossenen Telefone von einem Computer entgegengenommen. Der sucht einen Weg durchs Netz bis zum Angerufenen und übernimmt dann die Signalisierung. Die Sprache wird direkt in der Ortsvermittlungsstelle digitalisiert und in Form von Datenpaketen zur Ortsvermittlungsstelle des Gesprächspartners transportiert. Dort erst werden wieder Analogsignale daraus, die zum Telefon übertragen werden. Bei dieser Technik ist es ein Leichtes, die A/D- und D/A-Wandlung von der Vermittlungsstelle zum Endgerät zu verlagern und auch zum Anschluss des Kunden digitale Signale zu liefern. So funktioniert dem Grundprinzip nach das ISDN.