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Telefonie
Das erste Telefon wurde 1861 von dem deutschen Physiker Philip Reis gebaut und
vorgeführt, allerdings funktionierte es noch nicht zufriedenstellend. Ein
praktisch nutzbares Telefon erfand dann 1876 Alexander Graham Bell, der es auch
patentierte - zwei Stunden vor Elisha Gray, der die gleiche Idee gehabt hatte.
Zunächst war das Telefon nur zur Verbindung zweier fester Endgeräte miteinander
gedacht. Mindestens eines davon benötigte eine Stromversorgung, die aufgrund ihrer
Unterbringung im Endgerät "Ortsbatterie" (OB) genannt wurde. Man kann solche
Telefone als Kinderspielzeug auch heute noch kaufen:
Mit dem Aufbau des ersten öffentlichen Fernsprechnetzes wurde bereits 1877 in
Washington begonnen, in Deutschland stand die erste Vermittlungsstelle 1881 in
Berlin. Die Stromversorgung wurde nun in die Vermittlungsstelle verlegt
(Zentralbatterie, ZB), die Verbindungen wurden manuell über Steckfelder
hergestellt. Beide Gesprächsteilnehmer waren also physikalisch verbunden.
Die Anrufsignalisierung erfolgte über eine Glocke. Dazu musste der Anrufer
eine Kurbel drehen, wodurch eine Wechselspannung induziert und zum Empfänger
übertragen wurde.
Mit dem nächsten Schritt wurde im Jahre 1892 begonnen. Durch die rasch
anwachsende Zahl von Telefonanschlüssen wurden immer mehr
"Fernsprechgehilfinnen" benötigt. Man versuchte also die Vermittlungstätigkeit
zu automatisieren. Die erste automatische Vermittungsstelle in Deutschland
wurde 1908 in Schwabing installiert. Nach und nach wurden so alle manuellen
Vermittlungsstellen abgelöst. Ab 1923 konnten die Teilnehmer selbst wählen,
die letzten Ortsnetze wurden aber erst 1972 auf diesen Dienst umgestellt.
Die Vermittlungstechnik basierte in der Anfangszeit noch auf Elektromechanik,
hauptsächlich sogenannten Drehhebelwählern. Diese werden bei der Anwahl von den
Wählscheibenimpulsen gesteuert, die Verbindung dadurch noch während des
Wählvorgangs sukzessive durchgeschaltet.
Seit 1982 setzt die Bundespost (heute Telekom) bei Neuinstallationen nur noch
digitale Vermittlungsstellen ein. Hier werden die Wählsignale der angeschlossenen
Telefone von einem Computer entgegengenommen. Der sucht einen Weg durchs Netz
bis zum Angerufenen und übernimmt dann die Signalisierung. Die Sprache wird
direkt in der Ortsvermittlungsstelle digitalisiert und in Form von Datenpaketen
zur Ortsvermittlungsstelle des Gesprächspartners transportiert. Dort erst
werden wieder Analogsignale daraus, die zum Telefon übertragen werden. Bei
dieser Technik ist es ein Leichtes, die A/D- und D/A-Wandlung von der
Vermittlungsstelle zum Endgerät zu verlagern und auch zum Anschluss des
Kunden digitale Signale zu liefern. So funktioniert dem Grundprinzip nach
das ISDN.
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