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Aufbau des Internets
Das Internet ging aus einem Forschungsprojekt der US-Behörde "ARPA" (Advanced
Research Project Agency) Ende der 60er Jahre hervor. Es hieß zunächst "ARPANET".
Die Entwicklung wurde in der Folgezeit vor allem an verschiedenen Universitäten
fortgesetzt. Diese erstellten und betrieben in der Anfangsphase auch das Kernnetz,
sprich die Verbindungen der verschiedenen Universitäten untereinander. In den
80er Jahren nahm die Nutzung stark zu und die Leitungen wurden kräftig
ausgebaut. In Deutschland übernahm der DFN-Verein (Deutsches Forschungsnetz)
den Aufbau der Infrastruktur. Trotzdem blieb das Internet auf die Universitäten
beschränkt - vor allem, weil es die Regel des "Ban of Commerce" gab: Werbung im
Internet war verpönt und Verstöße dagegen ahndete die Netzgemeinde, indem sie
den Netzzugang des Sünders mit Datenmüll vollaufen ließ.
Die Wende kam mit der Einführung des World Wide Web und der Erkenntnis, dass
dies das Werbemedium der Zukunft sein könnte. Danach hatte das Kommerzverbot
nicht mehr lange Bestand und zudem begannen nun große Kommunikationfirmen,
über den Ausbau des Internets nachzudenken und Onlinedienste wie AOL oder
Compuserve schufen eine Brücke von ihren zuvor proprietären Diensten hin zum
Internet. Später ging auch das deutsche BTX (Bildschirmtext) unter dem Namen
T-Online (zwischenzeitlich auch kurz "Datex-J") diesen Weg.
In der Folgezeit löste sich das Internet zunehmend vom Universitätsbetrieb und
wanderte in die Hände von großen ISPs. Diese bauten nach und nach ein
hierarchisches System auf, dessen Kern von fünf großen ISPs gebildet wird. Diese
haben schnelle Verbindungen zu Providern, die auf kontinentaler Ebene tätig
sind. Die Grenzen verlaufen hier allerdings nicht gemöß der Geografie oder
nach politischen Grenzen, maßgeblich sind vor allem Sprach- und Wirtschafträume.
Dasselbe gilt auch für die nationale und regionale Ebene.
Verbindungen existieren grundsätzlich nicht nur in vertikaler Richtung, sondern
entstehen überall dort, wo das zu erwartende Datenaufkommen die Investition in
eine Verbindung lohnend erscheinen lässt. Das Ergebnis ist ein komplex
vermaschtes technisches Gebilde mit ebenso komplexen Vereinbarungen der
Provider untereinander. Leider konzentriert sich das Internet auf Nordamerika
und Europa - Japan hat die Entwicklung verschlafen, holt aber rasch auf. Der
Rest der Welt ist überwiegend Internet-Notstandsgebiet und wird von den
aktuellen Entwicklungen zunehmend abgehängt.
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