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Weitverkehrsnetze
Einige Beispiele für die Vernetzung über große Distanzen wurden bereits
angesprochen: Man kann LANs über ISDN (Wähl- oder Standleitungen) koppeln oder
per Frame Relay. Diese Möglichkeiten stehen jedermann zur Verfügung. Eine
weitere Möglichkeit ist die Nutzung des Internets als Infrastruktur für eine
verschlüsselte Verbindung, ein sogenanntes virtuelles privates Netz (VPN).
Dieses wird später noch genauer beschrieben.
Neuerdings sehr populär ist DSL (digital subscriber line). Es existiert als
Hochgeschwindigkeitsverbindung über Kupferleitungen aber schon seit einiger
Zeit. Für Endkundenanschlüsse ans Internet wird eine asymmetrische Variante
(ADSL) verwendet, die eine deutlich höhere Empfangs- als Senderate hat.
Mittlerweile gibt es für Firmen auch symmetrische Varianten (SDSL) bis
2 Mbit/s. Unter dem Namen HDSL ist diese Variante auch bei Providern für
Leitungen mit eher geringem Aufkommen verbreitet.
Der überwiegende Anteil des Datenverkehrs wird heute aber über Glasfaserleitungen
abgewickelt. Es werden Monomode-Glasfasern verwendet, über die als Protokoll SONET
oder SDH (Synchronous Optical Network / Synchronous Digital Hierarchy) läuft.
Hierbei sind verschiedene Übertragungsraten spezifiziert:
| OC-1 | | 51,84 MBit/s |
| OC-3 | STM-1 | 155,52 MBit/s |
| OC-12 | STM-4 | 622,08 MBit/s |
| STM-16 | 2,50 GBit/s |
| STM-64 | 10,00 GBit/s |
Wenn man bedenkt, wie viele Internet Service Provider es in Deutschland gibt, die
alle mit etlichen hundert bis tausend Kilometern Glasfasernetz werben, müsste man
eigentlich überall Baggern beim Vergraben von Glasfasern zusehen können. Das ist
jedoch nicht der Fall - ganz einfach, weil kein Provider (mit Ausnahme der
Telekom vielleicht) seine Kabel selbst verlegt.
Glasfasern sind - gemessen an den Kosten für ihre Verlegung - vergleichsweise
billig. Deswegen werden sie schon seit einigen Jahren auf Verdacht verlegt, wo
immer sich dies bei ohnehin fälligen Baumaßnahmen anbietet:
Die Bundesbahn hat ein ausgedehntes Glasfasernetz entlang zahlreicher Bahnlinien,
Bund und Länder verlegen sie entlang von neuen Autobahnstrecken und die
Energieversorgungsunternehmen verlegen mit jedem Elektro-Erdkabel auch ein paar
Glasfasern.
Internet-Providern werden diese Strecken dann zum Kauf oder zur Miete angeboten.
Diese können so ihre Infrastruktur weitgehend ohne eigene Bautätigkeit errichten
und erweitern.
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