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In der Vergangenheit entstanden viele Netzwerkarchitekturen verschiedener Hersteller, wie zum Beispiel DECnet, AppleTalk, TCP/IP oder SNA. Jeder der verschiedenen Ansätze erfüllte zwar seinen Zweck, jedoch war man als Anwender auf einen Hersteller beschränkt. Um nun eine Herstellerunabhängigkeit und damit eine Interoperabilität zu erreichen, sind offene Systeme gefordert. Unter „offen“ versteht man hierbei schlicht standardisiert.

Im Rahmen offener Kommunikationssysteme spielt weniger die Realisierung innerhalb der Komponenten eine Rolle als die genaue Spezifizierung ihrer Schnittstellen und Protokolle. Denn genau an den Schnittstellen werden ja die Komponenten der unterschiedlichen Hersteller miteinander verknüpft bzw. verbunden.

In der Standardisierung von Telekommunikation und Netzwerken unterscheidet man
  • De-jure Standards, das sind rechtlich verbindliche Standards (z.B. vom DIN),
  • De-facto Standards, das sind zwar keine rechtlich bindende Standards, aber von der Mehrheit akzeptiert (z.B. vom IETF im Bereich der Internet-Standardisierung) und
  • Industrie Standards, welche von Unternehmenszusammenschlüssen erarbeitet werden (z.B. Profibus Nutzerorganisation, ATM Forum oder Gigabit Ethernet Alliance).
In Deutschland unterscheiden wir eigentlich zwischen den Begriffen "Standard" und "Norm". Standards sind im eigentlichen Sinne Spezifikationen. Erhalten diese einen De-jure Status, sind also rechtlich bindend, bezeichnet man sie erst als Norm. Im internationalen Bereich wird aus sprachlicher Sicht zwischen den Begriffen „Standard“ und „Norm“ nicht unterschieden, auch wenn es diese Unterschiede dort natürlich ebenso gibt.

Die verschiedenen Standards werden von unterschiedlichen Gremien erarbeitet. Grundsätzlich unterschiedet man
  • Internationale Gremien (z.B. ISO/IEC, ITU-T, IEEE, IETF)
  • Europäische Gremien (z.B. CENELEC, ETSI, ECMA)
  • Nationale Gremien (z.B. DIN, ANSI)
Die für den Bereich der Telekommunikation – und dort speziell der Datenkommunikation – wichtigsten Gremien werden im Folgenden etwas näher besprochen.