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Internet Protokoll (IP)
Grundlage der Kommunikation im Internet ist das Internet Protocol, das im
OSI-Referenzmodell der Vermittlungsschicht zugeordnet werden kann. Es arbeitet
verbindungslos. Deshalb werden IP-Pakete auch Datagramme genannt.
Wie kann man sich ein verbindungsloses Protokoll vorstellen? Ein einfacher
Vergleich ist der Paketdienst der Deutschen Post AG. Nachdem üblicherweise
die Socken für den Opa zu Weihnachten in ein Postpaket gepackt wurden, wird
anschließend über einen Adressaufkleber die Ziel- und Quelladresse eingetragen.
Das Postpaket wird dann vom Absender am Schalter abgegeben und von dort an weiß
der Absender nicht mehr, was mit dem Postpaket wirklich passiert. Ist es per
Fahrrad, Flugzeug oder Auto ausgeliefert worden? Ist es verloren gegangen?
Welchen Weg hat es genommen? All diese Informationen kennen wir beim reinen
Postdienst nicht. Wir vertrauen darauf dass das Postpaket ankommt. Ein
vorangehender Verbindungsaufbau hat dabei nicht stattgefunden. Wollten wir
kontrollieren ob sich Opa über die Socken gefreut hat, sie also angekommen sind,
müssen wir uns einer übergeordneten Instanz bedienen. Im realen Beispiel wäre
das dann ein Telefonat.
Die Auslieferung von IP-Paketen ist zudem relativ unzuverlässig. Das bedeutet
nicht, dass IP-Pakete nachlässig behandelt werden - im Gegenteil, das Netz
tut sein bestes (Best-Effort-Prinzip), um jedes IP-Paket ordentlich zuzustellen -
es gibt allerdings keine Garantie, dass ein Datagramm auch ankommt. Auch eine
Empfangsbestätigung (Quittung, engl. Acknowledgement) kennt das IP Protokoll nicht.
Die Absicherung der Datenübertragung mittels IP muss folglich die übergeordnete
Transportschicht durch geeignete Protokolles (konkret TCP) übernehmen.
Im ursprünglichen Internet-Modell war das Netzwerk unterhalb des IP-Protokolls
nicht spezifiziert und aus Sicht der Internet-Welt auch egal. Vielmehr sollte IP
auf allen Übertragungsnetzen arbeiten, was einen hohen Grad an „Offenheit“ mit
sich brachte. Um die IP-Pakete auf die MTU (Maximum Transfer Unit) des
Übertragungsnetzwerkes anzupassen, zählt die Fragmentierung mit zu seinen
wichtigsten Eigenschaften. Zudem musste eine Möglichkeit geschaffen werden,
die vom Administrator vergebenen Adressen, wie sie im IP verwendet werden, in
die Hardware-Adressen des zugrunde liegenden Übertragungsnetzwerkes umzusetzen.
Dazu dient das ARP-Protokoll.
Eine Sonderrolle spielt das ICMP-Protokoll. Es enthält verschiedene Pakettypen
zur Signalisierung von Fehlerzuständen und zur Diagnose des Netzwerkes. Der
bekannteste Pakettyp ist der sogenannte Echo Request, der bei fast allen
Betriebssystemen mit dem Befehl "Ping" aufgerufen wird. ICMP wird gemeinhin
noch der Schicht 3 zugeordnet, obwohl es ähnlich den höheren Schichten auf
dem IP aufsetzt. Seine Funktionalität entspricht aber am ehesten der
Vermittlungsschicht. An diesem Beispiel zeigt sich, dass das vergleichsweise
"junge" OSI-Referenzmodell die Besonderheiten des sehr viel älteren TCP/IP nicht
immer zufriedenstellend beschreiben kann.
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