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IP - Routing

Als Routing bezeichnet man den Transport von Datenpaketen vom Sender zum Empfänger über mehrere Zwischenstationen. Die Zwischenstationen werden deswegen auch Router genannt.

Ein Router verbindet zwei Netze gleicher oder unterschiedlicher Architektur miteinander. Sehr häufig werden LANs über ISDN-Router miteinander verbunden oder mehrere Teilnetze, die auf Ethernet basieren greifen über Router auf einen ATM-Backbone zu.

In jedem Fall hat ein Router mindestens zwei Anschlüsse (Interfaces), die auch jeweils mit einer eigenen IP-Adresse versehen sind. Zudem wird in einer Tabelle eingetragen, welche IP-Datagramme wohin zu transportieren sind. Sie wird deshalb Routingtabelle genannt.

Im Beispiel sind zwei Router im Einsatz, deren Routingtabellen nachstehend aufgeführt sind:



Router 1:
Destination Netmask Next Hop Interface
194.218.117.0255.255.255.128 194.218.117.1eth0
10.1.1.0255.255.255.0 10.1.1.1isdn0
194.218.117.128255.255.255.128 10.1.1.2
default255.255.255.255 10.1.2.1


Router 2:
Destination Netmask Next Hop Interface
194.218.117.128255.255.255.128 194.218.117.129eth0
10.1.1.0255.255.255.0 10.1.1.2isdn0
default255.255.255.255 10.1.1.1

Die beiden ersten Einträge beider Routingtabellen beschreiben die vorhandenen Interfaces. Destination und Netmask beziehen sich dabei auf das Subnetz, das über dieses Interface erreichbar ist, bei "Next Hop" steht die eingene Adresse innerhalb dieses Subnetzes. Der Eintrag "Interface" gibt an, ob die Verbindung über die Ethernet- oder die ISDN-Seite läuft. Auffällig ist hier, dass das ISDN-Interface eine IP-Adresse hat, die nicht vom ISP vergeben wurde. Diese wird nur für die Kommunikation im sogenannten ISDN-Subnetz verwendet. Die meisten Router können mittlerweile auf solche ISDN-Subnetze auch ganz verzichten. Beide Router verschmelzen dann für das Netzwerk zu einer Einheit, die ISDN-Strecke ist dabei völlig transparent.

In Router 1 gibt es einen Eintrag, der alle Datenpakete, die für das andere Subnetz bestimmt sind, an Router 2 überträgt. Der letzte Routingeintrag bei Router 1 legt fest, dass alle übrigen Pakete zum Internetprovider durchgestellt werden. Diesen Eintrag nennt man die "Defaultroute". Eine solche wurde auch in Router 2 hinterlegt, da dieser alles, was nicht für das lokale Netz ist, zu Router 1 übermitteln muss.

Alle übrigen Geräte im Netz benötigen nun nur noch einen einzigen Routingeintrag, nämlich auf den im jeweiligen Subnetz angeschlossenen Router. Unter Windows wird dieser in den TCP/IP-Einstellungen bei "Default Gateway" vorgenommen.

Der Inhalt der Routingtabelle kann sowohl unter Windows als auch unter Unix mit dem Befehl "netstat -r" angezeigt werden.