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IPv6 - Paketaufbau
Das neue Headerformat hat eine feste Länge von 40 Bytes und ist folgendermaßen
aufgebaut:
Auffällig ist vor allem, dass gegenüber IPv4 einige Felder fehlen. Die
Fragmentierungssteuerung ist komplett entfallen. Ist ein IPv6-Paket für eine
Übertragungsstrecke zu groß, wird es einfach verworfen und dem Sender die
Maximalgröße per ICMP-Paket mitgeteilt. Dieser sendet die Daten dann einfach
in kleineren Häppchen neu. Zudem fehlt die Prüfsumme. Man geht bei IPv6 davon
aus, dass sowohl die niedrigeren als auch die höheren Schichten mit Prüfsummen
arbeiten, man hier also darauf verzichten kann. Das ist insbesondere deswegen
bedeutend, weil bisher ja jeder Router das Lebenszeit-Feld änderte und deswegen
die Prüfsumme neu berechnen musste. Auch auf die Optionen hat man zugunsten
einer festen Headerlänge verzichtet.
Neu ist das Feld Priorität, mit dem die Wichtigkeit eines Pakets gekennzeichnet
werden kann. Folgende Prioritäten sind festgelegt:
| 0 |
uncharakterisierter Verkehr |
| 1 |
"Füllmaterial", z.B. Newsgruppen |
| 2 |
zeitunkritischer Verkehr, z.B. E-Mail |
| 3 |
reserviert |
| 4 |
Mengendaten, z.B. FTP, NFS |
| 5 |
reserviert |
| 6 |
Interaktive Anwendungen, z.B. telnet |
| 7 |
Steuerung, z.B. SNMP |
Ein weiteres Feld dient der Kennzeichnung von Datenströmen, "Flow" genannt.
Darunter könnte man die kontinuierliche Übertragung von Video oder
Audioinformationen verstehen, die in Echtzeit beim Empfänger ankommen sollten
und daher mit erhöhter Priorität zu übertragen sind. Den gleichen Mechanismus
könnte man natürlich auch nutzen, um bestimmten Nutzern höhere Leistungsklassen
anbieten und zusichern zu können. Wie das Flow-Feld tatsächlich genutzt werden
wird, ist noch nicht vollständig klar.
Der Header kann von weiteren Headern gefolgt werden, die dann noch vor den
Nutzdaten eingefügt werden. Das Protokoll-Feld dient dann jeweils der
Kennzeichnung des Typs des folgenden Headers. Die weiteren Header erfüllen
damit die Aufgaben der früheren Optionsfelder. Mit ihnen kann z.B. das Routing
vorbestimmt werden, Authentifizierungs- oder Verschlüsselungsinformationen
übertragen werden.
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